Nachrichten 2021

Mehrmonatige Ausbildung: Die Jungen und Mädchen sind für andere da.

GUNZENHAUSEN - Sieben Mädchen und sechs Jungen der Stephani-Mittelschule und der Altmühlfranken-Schule wurden zu Streitschlichtern ernannt. Sie hatten zuvor eine mehrmonatige Ausbildung durchlaufen und sogar einen kleinen Test schreiben müssen. Künftig stehen sie in den Pausen als Ansprechpartner für die übrigen Schüler zur Verfügung, wenn Aggressivität in der Luft liegt.

Frei und unbekümmert ließen die beiden Streitschlichter Anna Zakaryan und Arianit Blanka die mehrmonatige Ausbildung Revue passieren, die in den Händen von Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger vom Diakonischen Werk und Denise Meyer vom Landratsamt lag. Die Corona-Pandemie erschwerte die Ausbildung. Traf man sich 2020 in den Monaten September, Oktober, November jeweils dienstags zum gemeinsamen praktischen Erlernen und zu vielen Ausbildungsstunden, so ging es in den Monaten danach in den Distanzunterricht.

Lediglich an zwei Seminarwochenenden kam man auf dem Gelände des Jugendzentrums (JUZ) zusammen. Hier gab Thomas Pfaffinger und Denise Meyer in Arbeitsgruppen Tipps und Anregungen, die zum Lösen von Konflikten und Streit gezielt beitragen können. Auch kam die Geselligkeit nicht zu kurz, die unter dem Motto „Zusammenarbeit“ stand. Am Ende der Ausbildung wurden die „Neulinge“ einer Theorie- und Praxisprüfung unterzogen. Ein Dankeschön richteten Anna Zakaryan und Arianit Blakaj an Bäckermeister Udo Kleeberger, weil er an den Seminartagen für das leibliche Wohl sorgte.

„Besondere Schüler und Schülerinnen“

„Ihr seid besondere Schüler und Schülerinnen, die sich ehrenamtlich für andere einsetzen“, waren die lobenden und anerkennenden Worte von Rektorin Sandra Wißgott. Dabei hätten die Jugendlichen viel Freizeit investiert. Auch von Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, zugleich Vorsitzender des Fördervereins der Stephani-Grund- und Mittelschule, kamen anerkennende Worte für die Jugendlichen. Seit sieben Jahren sind an der Schule Streitschlichter im Einsatz, die so mit dem Lösen von Streit und Konflikten vertraut sind. Fitz ist der Überzeugung, dass Erfahrung und Wissen aus diesem Ehrenamt „das weitere Leben der Jugendlichen mitprägen.

Geschäftsführer Martin Ruffertshöfer vom Diakonischen Werk erinnerte daran, dass es seit dem biblischen Bruderzwist von Kain und Abel Streitigkeiten gibt. Das gelte für ganze Völker wie für einzelne Familien. Den Jugendlichen bescheinigte Ruffertshöfer Courage. Es gelte, Spannungen und Konflikte zu überwinden.

Die Aufgabe der Streitschlichter besteht darin, bei kleineren Streitereien vermittelnd einzugreifen und die Lehrkräfte zu informieren, wenn es gravierendere Vorfälle gibt. Die Jugendlichen jedenfalls freuen sich auf ihre neue Aufgabe und nahmen stolz ihre Urkunden entgegen.

Die neuen Streitschlichter der Stephani-Mittelschule und der Altmühlfranken-Schule sind: Milena Zakaryan, Dana Schmidt (beide 7a, Stephani-Mittelschule), Mia Stache, Lorena Blakaj (beide 7b), Emanuela Spanic, Florian Fritsch, Tim Lastinger, Romy Pfenninger (alle 7cM), Lucas Schuster (8a), Lukas Apfelbacher (8b), Jule Loy (8bM), Brian Renner, Grigory Utz (beide 8. Klasse, Altmühlfranken-Schule). kuhn

Vertreter der beteiligten Schulen, des Diakonischen Werks und der Stadt Gunzenhausen zollten den 13 neuen Streitschlichtern Anerkennung. (Foto: Horst Kuhn)

An der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen wurden 14 Jungen und Mädchen auf ihren Dienst als Starthelfer vorbereitet. Die Tutoren übernehmen ab September unter Leitung von Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger die wichtige Aufgabe, die neuen Fünftklässler an der Schule willkommen zu heißen. Hierfür lernten sie in zwei Coachings das nötige Rüstzeug.

„Das Tutorenprogramm ist inzwischen fest an unserer Schule verankert“, erläutert Pfaffinger. Ihm zu folge, tragen die älteren Schüler durch ihr Engagement zu einer positiven Atmosphäre und einem guten Miteinander bei. Zum Start ins neue Schuljahr wird es Kennenlernspiele, eine Schulhaus-Rallye sowie wöchentliche Aktionen für die fünften Klassen geben.

Im Garten des Jugendzentrums traf sich die Gruppe nun, um für ihren Dienst fit gemacht zu werden. Dabei lernten die Achtklässler verschiedene Spiele kennen, erfuhren theoretische Grundlagen der Spielpädagogik. Sie beschäftigten sich auch damit, wie sie bei der ersten Vorstellung in den Klassen einen möglichst guten Eindruck bei den jüngeren Schülern hinterlassen können. „Viele praktische Elemente lockerten das Coaching auf und machten den Jugendlichen sichtlich Spaß“, schildert Thomas Pfaffinger, der als Mitarbeiter der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen an der Mittelschule eingesetzt ist. „Wichtig ist das praktische Ausprobieren“. Die Teenager konnten sogleich trainieren, wie sie sich gekonnt und überzeugend den Fünftklässlern präsentieren.

Starthelfer 2021

Zuvor gab es eine „Zeitreise“ unter der Fragestellung: „Wie habt ihr euch gefühlt, als ihr neu an eine Schule gekommen seid?“ Daran anschließend erarbeiteten sich die zukünftigen Tutoren Eigenschaften, die ein guter Starthelfer haben sollte. Zudem hielten sie Ziele fest, die sie für die jüngeren Schülern erreichen möchten und notierten sich erste Ideen für konkrete Aktionen. „Ich möchte, dass sich die Kinder bei uns an der Schule wohl fühlen und keiner allein am Pausenhof stehen muss“, bringt einer der Teilnehmer seine Motivation auf den Punkt. Das Coaching endete mit Aufgabe, dass die Jugendlichen zwei Spielaktionen vorbereiten sollten. Diese leiteten sie beim zweiten Treffen eigenständig an und setzten die zuvor gelernten theoretischen Inhalte um. Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger zeigt sich begeistert, dass „die Schüler sehr engagiert bei der Sache waren und eine durchwegs lockere, humorvolle Stimmung herrschte.“ Ab September sind schließlich jeweils fünf bzw. vier Schüler für eine fünfte Klasse zuständig.

Im Rahmen eines 2-tägigen Seminars wurden 13 Jungen und Mädchen der Stephani-Mittelschule und der Altmühlfranken-Schule in Gunzenhausen gezielt auf ihre Tätigkeit als Streitschlichter vorbereitet. Auf der Tagesordnung standen beispielsweise „Die fünf Phasen der Schlichtung“, Methoden der Mediation und viele Übungen zur Kooperation. Die Bildungsmaßnahme, die im Garten des Jugendzentrums (JUZ) stattfand, führten Thomas Pfaffinger, Sozialpädagoge bei der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen, und Denise Mayer, Jugendsozialarbeiterin des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen, durch. Unterstützend brachten sich darüber hinaus die aktiven Konfliktlotsen der Schulen mit ein. Eine Spende der Bäckerei Kleeberger versorgte die Teilnehmer mit leckeren Backwaren.

„Die Corona-Pandemie hat den Verlauf der Streitschlichter-Ausbildung in diesem Schuljahr stark durcheinander gewürfelt,“ schildern Pfaffinger und Mayer, die seit vielen Jahren für die Konfliktlotsen zuständig sind. So musste auch das für März geplante Seminar-Wochenende im Schullandheim Heidenheim ausfallen. Umso glücklicher sind die beiden darüber, dass sie nun an zwei Tagen im Garten des JUZ mit den Schülern die Grundlagen der Mediation theoretisch und vor allem praktisch einüben konnten. „Während des Distanzunterrichts wurden die Inhalte über MS Teams vermittelt“, berichtet Pfaffinger. Dies konnte jedoch kein ausreichender Ersatz für praktische Übungen und soziales Miteinander sein. „Gerade bei den Streitschlichtern ist dies von enormer Bedeutung.“ Sämtliche wichtige gruppendynamische Prozesse fielen erstmal ersatzlos weg. „Nichtsdestotrotz sind wir äußerst hoffnungsvoll, gemeinsam mit den Schülern nun die Ausbildung zu einem erfolgreichen Ende bringen zu können“, freut sich Mayer.

Zu Beginn des Seminars machten alle Schüler einen Corona-Selbsttest. „Hierin sind die jungen Menschen inzwischen geübt und regelrechte Profis“, erläutern die Fachkräfte. Anschließend beschäftigten sie sich mit den fünf Phasen einer Schlichtung. Anhand eines fiktiven Falls wurde der Ablauf erarbeitet und eintrainiert. In drei Workshops setzten sich die baldigen Konfliktlotsen schließlich mit Methoden wie dem „Aktiven Zuhören“, der „Freundlichen Beschwerde“ sowie den „Türöffnern“ auseinander. Der Nachmittag stand unter dem Motto „Zusammenarbeit“: Mit der Übung „Das fliegende Ei“ wurden die Schüler hinsichtlich ihrer Kooperation geschult.

Streitschlichterausbildung

Der Schwerpunkt am nächsten Seminartag lag auf der praktischen Anwendung des gelernten Schlichtungssystems mit vier Tafeln. Hier bewies es sich als großer Vorteil, dass einige der aktiven Streitschlichter mit dabei waren. „Die älteren Schüler gaben erfolgreich ihr Wissen und ihre Erfahrungen an ihre Nachfolger weiter“, macht Denise Mayer deutlich. Auch bei den folgenden Workshops „Eingreifen am Pausenhof“, „Methoden der Lösungssuche“ und „Umgang mit schwierigen Schlichtungen“ leisteten die langjährigen Konfliktlotsen wertvolle Unterstützung.

Eine „Seminar-Rallye“ stand schließlich am Nachmittag an: Nur durch gute Zusammenarbeit konnten die verschiedenen Aufgaben und Fragen bei einem Spaziergang durch Gunzenhausen bearbeitet werden. „Uns war wichtig, nicht nur den Kopf zu fordern, sondern durch Aktivität und Bewegung die nötige Abwechslung zu bieten,“ fasst Thomas Pfaffinger zusammen.

Abschließend wurde noch gemeinsam ein Fazit zum „kleinen Seminar-Wochenende“ gezogen. Die Rückmeldungen der Schüler machten deutlich, dass sie viel Neues gelernt haben, aber ihnen vor allem die Gemeinschaftserlebnisse sehr guttaten.

In den nächsten Tagen gilt es, das theoretische Wissen und die praktischen Kenntnisse bei den anstehenden Prüfungen zum Streitschlichter unter Beweis zu stellen. „Wir sind guter Dinge, dass wir zum neuen Schuljahr fitte und motivierte neue Streitschlichter haben“, zeigen sich Pfaffinger und Mayer abschließend positiv gestimmt.

Streitschlichter

 

 

 

Deutschland ist seit seiner Gründung 1949 ein Einwanderungsland. Im Jahr 2019 zogen ca. 1,5 Millionen Menschen in die Bundesrepublik und bauen sich hier nun ein neues Leben auf: Sprache, Ausbildung oder Arbeit sind mögliche Herausforderungen, die sich Einwanderern stellen. Insgesamt wurde diese Entwicklung durch die Corona-Pandemie und den damit einhergehenden Einschränkungen ausgebremst. Fakt bleibt aber auch jetzt, dass eine interkulturelle Gesellschaft in Zeiten der Globalisierung dringend schlüssige Konzepte zur Begleitung und Integration ihrer Zuwanderer benötigt. An der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen gibt es aus diesem Grund für Kinder aus Zuwanderer-Familien die Deutschklasse. Diese Klasse wurde im Jahr 2019 im gebundenen Ganztag eingerichtet. Aktuell unterrichtet Silvia Marianantoni die sechszehn Jungen und Mädchen, Thomas Pfaffinger von der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen ist für die sozialpädagogische Begleitung der Schüler zuständig. Die zusätzliche Unterstützung durch einen Schulsozialarbeiter wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfond (ESF) gefördert.

Im September herrschte noch ein ziemliches Durcheinander verschiedener Sprachen im Klassenzimmer: Russisch, Bosnisch, Türkisch, Syrisch und Portugiesisch war zu hören. „Inzwischen sprechen die Schüler überwiegend untereinander Deutsch“, freut sich Silvia Marianantoni, die die Leitung der Deutschklasse Anfang des Schuljahres übernahm. „Selbst im durch Corona bedingten Distanzunterricht konnten die Jungen und Mädchen ihre Sprachkenntnisse ausbauen.“ Dennoch ist Marianantoni froh, „dass wieder alle Schüler im Klassenzimmer sitzen“. Im gemeinsamen Austausch und sozialen Miteinander fällt das Lernen doch um ein Vielfaches leichter.

Rektorin Sandra Wißgott macht die Hintergründe der Deutschklasse deutlich: „Zielgruppe sind alle Schüler, die neu ins bayerische Schulsystem einsteigen und über wenig bis keine Deutschkenntnisse verfügen.“ Grundlage des Unterrichts ist hier der Lehrplan Deutsch als Zweitsprache. Die Schülerschaft setzt sich demzufolge vorwiegend aus ausländischen Schülern unterschiedlicher Kulturen und Sprachen zusammen, teils Asylbewerber mit wenigen oder kaum Deutschkenntnissen. Die Altersspanne beträgt zehn bis 16 Jahre. Die Schüler bringen eine unterschiedliche Schulbildung sowie verschiedene Vorkenntnisse in allen Fächern mit. „Jeder Tag ist hier schon eine besondere Herausforderung“, schildert Marianantoni. „Es ist nötig, auf jeden Schüler mit seinem individuellen Bildungs- und Leistungsstand einzugehen und wichtige Förderangebote durchzuführen.“ Insbesondere bei Schülern mit arabischer Sprache und Schrift erweist sich dies häufig als äußerst schwierig. „Hier muss zuerst einmal neben der neuen Sprache auch das deutsche Alphabet und die neue Schreibrichtung eingeführt werden.“

Ziel ist es, dass die Kinder und Jugendlichen so gute Deutschkenntnisse aufbauen, dass diese es erlauben, sich nach und nach in die Regelklasse zu integrieren. Um den Schülern die Integration in die Regelklasse zu erleichtern, wird deshalb laut Wißgott ein Modulsystem angeboten. „Dies ermöglicht es den Jugendlichen, Unterrichtsstunden in den Fächern Mathe, Deutsch, Englisch und Sachkunde in anderen Jahrgangsstufen zu besuchen.“ Der Alltag gestaltet sich darüber hinaus für die Kinder und Jugendlichen sehr abwechslungsreich: Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa gibt es feste Zeiten für Hausaufgaben und Lernen.

Auch der Ausgleich zum Schulstoff kommt nicht zu kurz: Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger führt Projekte wie „Die Naturhelden“ durch oder initiierte aktuell eine Alpaka-Wanderung in Merkendorf. Hinzu kommt die Aufarbeitung von Traumata, die Begleitung zu Terminen, Unterstützung im schulischen und privaten Bereich sowie bei der Suche nach geeigneten Praktikumsstellen. „Wichtig ist mir vor allem, dass die Schüler der Deutschklasse mit den einheimischen Schülern in Kontakt kommen“, stellt der Jugendsozialarbeiter heraus. So nahmen beispielsweise Neuntklässler der Regelklasse erfolgreich am Sportangebot teil. „Hierdurch können Hürden und Vorurteile erfolgreich abgebaut werden.“ Elena Hoffmann vom TV 1860 Gunzenhausen erteilt nachmittags eine Sport-AG – hier kann die Integration durch Sport gezielt begleitet werden. Klassenlehrerin Silvia Marianantoni kann sich zum Schuljahresende hin sehr über die Fortschritte ihrer Schützlinge freuen: „Sprache ist natürlich wichtig, aber vor allem ist es schön zu sehen, wie die jungen Menschen einen festen Platz an unserer Schule und damit langfristig in unserer Gesellschaft finden.“

Alpaka-Wanderung der Deutschklasse im Juni 2021

 

Not macht bekanntermaßen erfinderisch. Eben jener Erfindungsreichtum ist aktuell von Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger und seinem Praktikanten Daniel Wittmaier gefordert: Die aktuelle Corona-Zeit bringt vor allem für junge Menschen aufgrund der zahlreichen Einschränkungen weitreichende Entbehrungen mit sich. Viele Tage sind von Eintönigkeit, Langeweile und Passivität geprägt. Um die Heranwachsenden zu motivieren, ihnen Abwechslung zu bieten und sie zu Aktivität zu animieren, entwickeln die beiden verschiedene Online-Angebote. Auf besonders positive Resonanz stieß nun das interaktive Spiel „Schlag den Dani“.

Das Prinzip von „Schlag den Dani“ ist so einfach wie erfolgreich: In verschiedenen Wettbewerben fordert der Praktikant die Jugendlichen heraus, gegen ihn anzutreten. Am Ende soll ein Gesamtsieger feststehen, der sich über einen Gutschein seiner Wahl freuen darf. Um die Aktion möglichst spannend und lebendig zu gestalten, setzen Pfaffinger und Wittmaier neben sehr aktiven Spieleinheiten auf die Begleitung durch Social-Media. „Plattformen wie Instagram sind bei den Jugendlichen äußerst beliebt. Diese bieten die Möglichkeit, Umfragen durchzuführen, Meinungen einzuholen und sogar Live zu streamen“, berichtet der Sozialpädagoge, der an der Stephani-Mittelschule tätig ist. „Das Ganze macht richtig viel Spaß und die Jugendlichen werden aktiv in die Gestaltung miteinbezogen.“ Beispielsweise konnte darüber entschieden werden, welche Challenge als nächstes stattfindet.

Schlag den dani

Pfaffinger und Wittmaier schalten sich bei der Erfüllung der Aufgaben, die überwiegend direkt am Altmühlsee vonstattengehen, „live“ und können so von zahlreichen Jugendlichen, die zu Hause vor dem Bildschirm des Smartphones sitzen, verfolgt werden. „Hierdurch entstand eine unglaubliche Dynamik, die viele motivierte, aktiv teilzunehmen.“ Insgesamt traten 25 junge Menschen etappenweise an, „um den Dani zu schlagen“. Zu Beginn stand die erste Disziplin „Fahrrad fahren“ an: Es galt, mit dem Drahtesel in möglichst schneller Zeit eine Runde um den See zu schaffen. Daniel Wittmaier legte mit 35 Minuten ein gutes Tempo vor. Insgesamt zehn Teilnehmer schafften es, diese Zeit zu toppen und zogen dadurch in die nächste Runde ein.

Eiskalt ging es bei der nächsten Challenge zu: Die Herausforderung bestand darin, in den doch noch etwas kühlen Altmühlsee einzutauchen. Die Badezeit wurde gestoppt. „In der Pubertät suchen Jugendliche die Möglichkeit, sich zu messen und ihre auch körperlichen Grenzen auszutesten. Dies ist aktuell kaum mehr möglich“, macht der Mitarbeiter der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen deutlich. Entsprechend viele nahmen die Challenge an und machten eine besondere Erfahrung, wie einer der Teilnehmer schildert: „Das war das Coolste, was ich bisher in diesem Jahr gemacht habe.“ Auch Praktikant Daniel ließ sich nicht lumpen und hielt es über drei Minuten im kalten Altmühlsee aus.

Beim „Bobbycar-Parkour“ musste schließlich eine zuvor festgelegte Strecke zurückgelegt werden. Auch dieser Wettbewerb wurde mit Zeitmessung am Seeufer bei Schlungenhof durchgeführt. Dabei merkten die Organisatoren schnell, „dass die Teenager mit viel Ehrgeiz bei der Sache waren und sich für eine gute Zeit richtig ins Zeug legten“. Zwei der Jugendlichen schafften es, das von Praktikant Daniel vorgelegte Ergebnis zu schlagen und ins Halbfinale einzuziehen.

Dort hieß die Disziplin „Hau drauf - Extrem“: Es erwartete die zwei verbliebenen Herausforderer ein ganz besonderes Tischtennis-Match: Zwei Sätze mussten gewonnen werden und nach jeder Partie waren noch Liegestütze fällig. „Wir haben ganz bewusst daraufgesetzt, die Aktionen sportlich auszurichten. Fitness und Bewegung sind in Zeiten der Pandemie bei vielen Mangelware.“ Praktikant Daniel zeigte hier wiederum seine Überlegenheit, sodass Teilnehmer Bastian Lucke erst im Nachspiel ins Finale einziehen konnte. Riccardo Ioschici freute sich dennoch sehr über den erreichten dritten Platz.

Das Finalspiel wird nun noch in Form eines Minigolf-Matches über die Bühne gehen. Schon bevor der letztliche Sieger feststeht, sind die beteiligten jungen Menschen – ob aktiv am See oder live vor dem Bildschirm – Feuer und Flamme für die gesamte Aktion. „Viele hoffen auf eine Fortsetzung“, freuen sich die Organisatoren über das Feedback. Es wird spannend, wen es das nächste Mal zu schlagen gilt.

Schulsozialarbeiter

Ein weiteres Mal überlegten sich die Jugendsozialarbeiter des Diakonischen Werkes Weißenburg-Gunzenhausen, Daniela Russer und Thomas Pfaffinger, eine Online-Challenge für die Jugendlichen in Gunzenhausen. Unter dem Motto “Wie haltet ihr euch in Corona-Zeiten fit” wurden die jungen Frauen und Männer dazu aufgerufen, ihre beste sportliche Leistung oder ihren individuellen Trainingsplan einzureichen.

Aktuell sind die Fitnessstudios nach wie vor geschlossen, das Leben in den Sportvereinen ruht zudem. Entsprechend viel Motivation ist von den jungen Menschen gefordert, um weiterhin in Form zu bleiben. Die Kreativität der eingereichten Beiträge machte dies sehr deutlich. „Sportliche Betätigung ist gerade jetzt enorm wichtig. Manch Jugendlicher hat sich deshalb teils aus Leitern oder anderen Haushaltsgegenständen ein Fitness-Set in den eigenen vier Wänden zusammengestellt“, berichten die Fachkräfte. Ebendiesen Erfindungsreichtum gilt es aktuell zu fördern, damit möglichst viele junge Menschen fit und motiviert durch die Zeit der Einschränkungen kommen.

Als Preis für die besten oder kreativsten sportlichen Leistungen erhielten die beiden Gewinner Niklas Wißmüller und Eren Koltuk ein selbst ausgewähltes Fitness-Paket im Wert von 25 €. Daniela Russer und Thomas Pfaffinger kamen persönlich bis an die Haustüre und überreichten den glücklichen Sportlern ihre Preise.

Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger lädt derzeit zu Alpaka-Spaziergängen ein: Im Rahmen seines Angebots der „Tierischen Spaziergänge“ ist die Fachkraft mit jungen Menschen in der Natur unterwegs. Dabei geht es vor allem darum, „mit den Jugendlichen wieder etwas gemeinsam zu erleben und sie gut durch die Zeit des weiterhin andauernden Lockdowns zu bringen“.

„Ich stelle im Arbeitsalltag immer wieder fest, dass einige Jugendliche sich während der vergangenen Monate stark zurückgezogen haben und teils keine realen sozialen Kontakte mehr hatten“, macht Thomas Pfaffinger, der als Jugendsozialarbeiter an der Stephani-Mittelschule tätig ist, deutlich. „Der komplette Rückzug ins Virtuelle kann Depressionen und andere psychische Auffälligkeiten mit sich bringen.“ Umso wichtiger ist es, dass Teenager nun wieder aktiv werden, hinaus in die Natur gehen und etwas Positives erleben. Dieses Bedürfnis griff Pfaffinger gemeinsam mit seinen Kollegen der Diakonie-Jugendarbeit auf und initiiert nun in Zusammenarbeit mit Anne Weeger von Frankenland-Alpaka in Merkendorf die „Tierischen Spaziergänge“.

Alpakawanderung    Alpakawanderung

Foto 1: „Tierische Spaziergänge“ bietet aktuell das Team der Diakonie-Jugendarbeit in Gunzenhausen an. Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger und Schüler Niklas Adolf machten sich mit den Alpakas Moritz und Philippo auf den Weg auf die gut zwei-stündige Wanderung. Foto 2: Selfies sind Pflicht bei einem Alpaka-Spaziergang: Auch Schülerin Mia Stache nutzte die Chance und machte zahlreiche Fotos mit „ihrem“ Alpaka.

Im Vorfeld wurde über die Sozialen Medien durch Posts auf Instagram oder Facebook auf das Angebot aufmerksam gemacht. Die Jungen und Mädchen konnten sich bei den Fachkräften direkt für einen Spaziergang bewerben. Hierzu schickten sie ein kurzes Schreiben, in dem sie schilderten, warum ausgerecht sie die Wanderung verdient hatten.

Angekommen am Zuchtbetrieb von Anne Weeger erfolgte dann die Übergabe der Alpakas Corona-konform - ohne Kontakt. Nach einer kurzen Einweisung und Wegerklärung ging es auch schon los. Als Erstes starteten Praktikant Daniel Wittmaier und Schülerin Mia Stache auf die gut zwei-stündige Wanderung. Vor allem die 12-Jährige war total begeistert von „ihrem“ Alpaka, das sie gekonnt mit sich führte: „Es war ein unbeschreibliches Gefühl, mit diesen friedlichen Tieren zu laufen. Alpakas haben so eine tolle Aura. Die sind einfach richtig süß. Man möchte ihnen am liebsten um den Hals fallen und gar nicht mehr aufhören, sie zu streicheln.“

Während des Spaziergangs wurden natürlich zahlreiche Selfies mit den putzigen Vierbeinern gemacht. Außerdem bot das lockere Laufen eine super Möglichkeit, für viele gute Gespräche.

„Alpakas haben tatsächlich eine total entspannende Wirkung auf Kinder und Jugendliche“, berichtet Thomas Pfaffinger nach seinem Spaziergang, bei dem er Schüler Niklas Adolf begleitete.

 

„Schön, dass ihr da wart“, ist nach einem langen Arbeitstag auf dem Diensthandy von Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger zu lesen. Der Jugendsozialarbeiter, der an Stephani-Mittelschule tätig ist, war im Laufe des Nachmittags gemeinsam mit seinem Praktikanten Daniel Wittmaier unterwegs. Er hat Schüler an ihrer Haustüre besucht und damit sichtliche Begeisterung bei den jungen Menschen hinterlassen. Die Jungen und Mädchen erhielten „Lockdown-Pakete“ mit Spielen, einem Bücher-Gutschein und Süßigkeiten. Über diese Preise konnten sich diejenigen freuen, die online über die Plattform MS-Teams an den Angeboten „Altmühlsee-Lockdown-Rallye“ und einem „Corona-Quiz“ erfolgreich teilgenommen hatten. Ermöglicht wurden die Gewinne durch eine finanzielle Zuwendung des Fördervereins der Stephani-Schule.

Altmühlsee-Lockdown-Rallye

Große Freude: Tim Lastinger aus der Klasse 7cM der Stephani-Mittelschule
bekam – mit corona-bedingtem Abstand – ein  „Lockdown-Paket“ mit Spielen,
einem Büchergutschein und Süßigkeiten von Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger
und Praktikant Daniel Wittmaier überreicht. (Foto: Liane Lastinger)

Thomas Pfaffinger erlebt derzeit einen Arbeitsalltag, der aufgrund der Schulschließungen so ganz anders ist als gewohnt. „Aktuell ist enorm viel Kreativität gefordert“, macht er gleich deutlich. Mit tatkräftiger Unterstützung seines Praktikanten initiiert er eine Vielzahl an Online-Angeboten. „Die Schüler sitzen nahezu den ganzen Tag vor dem Bildschirm – egal ob am Handy oder PC. Wir versuchen, sie mit unseren Angeboten zu Bewegung, Sport oder einfach zum Rausgehen an die frische Luft zu motivieren.“ Eine große Gefahr sieht er darin, dass der Distanzunterricht und die massive Reduzierung der sozialen Kontakte psychische Auswirkungen auf die Kinder und Jugendlichen haben. „Einige unserer Schüler hängen schon ziemlich durch.“ Umso wichtiger ist es, für Ablenkung, Spaß und auch Erfolgserlebnisse zu sorgen. Ein Beispiel hierfür ist die bereits genannte „Altmühlsee-Lockdown-Rallye“. Diese konnte von den Fünft- bis Siebtklässlern der Stephani-Schule bearbeitet werden. Allein, zu zweit oder mit der Familie sollten Aufgaben und Fragen rund um den Altmühlsee und dessen Natur gelöst werden – natürlich immer unter Beachtung der geltenden Corona-Regeln. Dabei ging es über Schlungenhof, die Vogelinsel bei Muhr am See hin zum Spielplatz bei Wald. „Im Nachhinein haben uns viele erzählt, dass sie die Rallye tatsächlich für einen Sonntagsspaziergang genutzt haben“, freut sich der Sozialpädagoge. „Manche haben den ganzen See umwandert.“ Einig waren sich letztlich alle Teilnehmer darin, dass es „super viel Spaß“ gemacht hat – „nur das Rätsel am Spielplatz war zu schwer.“

Ein weiteres Angebot, das online geschaltet wurde, war ein „Corona-Quiz“ für die 8. bis 10. Klassen. Die älteren Schüler mussten hier ihr Wissen in Bezug auf das Virus unter Beweis stellen. Zudem wurde abgefragt, wie es den Jugendlichen aktuell geht. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die meisten kommen ganz gut durch diese Zeit, erleben das Fehlen von Schule und weiteren Angeboten jedoch als sehr langweilig. Den Online-Unterrichts empfinden viele Befragte als äußerst stressig. „Der Tag besteht gefühlt fast nur noch aus Schule“, macht einer deutlich. „Aufgrund der Erfahrungen des ersten Lockdowns haben sich viele junge Menschen Ressourcen angeeignet“, schildert Pfaffinger. „Reale soziale Kontakte fehlen jedoch allen.“ Ein kleiner Ersatz ist eine Workout-Challenge, die weiterhin online läuft: Die Schüler können hier an einem Fitness-Wettbewerb teilnehmen. „Vor allem die Jungs leiden derzeit darunter, dass sie sich sportlich nur stark eingeschränkt auspowern können.“ In dem Wettbewerb treten sie gegeneinander an und können sich trotz Distanz körperlich messen.

Ziel Pfaffingers ist es, trotz Lockdowns mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. Die Kommunikation läuft nun größtenteils über MS Teams, „bei Notfällen finden aber auch weiterhin Hausbesuche statt“. Dies ist vor allem dann notwendig, wenn Schüler online und auch telefonisch nicht mehr erreichbar sind. In den vergangenen Tagen machten sich Pfaffinger und sein Praktikant schon einige Male auf den Weg, um nach dem Rechten zu schauen. „Da hatten Kinder dann zu Hause erzählt, sie hätten gerade gar keine Schule – oder die Technik streikt“. Um rasch eingreifen und Unterstützung leisten zu können, hält der Mitarbeiter der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen stets Kontakt zu den Lehrkräften. Hinzu kommt, dass er auf diesen Wegen auch die durch den Europäischen Sozialfonds geförderte Deutschklasse weiterhin sozialpädagogisch begleitet. Das Gruppenangebot der „Naturhelden“, das in Zusammenarbeit mit Daniela Russer vom Jugendmigrationsdienst initiiert wird, läuft nun ebenso über MS-Teams. „Aktuell setzen sich die Schüler mit der Tierwelt im Winter auseinander.“ Die Ausbildung der neuen Streitschlichter ist ebenfalls im Online Modus: „Mit aufgezeichneten Rollenspielen und vielen Aufgaben erarbeiten sich die Schüler hier Methoden und Wissen rund um aktives Zuhören sowie Gefühle.“

Zudem bietet Pfaffinger den Jugendlichen bei Bedarf wieder Spaziergänge an der frischen Luft an: „Ein bewährtes Angebot, auf das sie gerne zurückgreifen“. Gemeinsam mit Daniel Wittmaier, der als Schüler der Fachoberschule sein Praktikum ableistet, fühlt er sich auf jeden Fall bestens für die nächsten Wochen Distanz-Unterricht gerüstet. „Wir haben bereits einige weitere Online-Angebote in der Schublade und geben alles, um die Schüler gut durch diese Zeit zu begleiten.“