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Not macht bekanntermaßen erfinderisch. Eben jener Erfindungsreichtum ist aktuell von Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger und seinem Praktikanten Daniel Wittmaier gefordert: Die aktuelle Corona-Zeit bringt vor allem für junge Menschen aufgrund der zahlreichen Einschränkungen weitreichende Entbehrungen mit sich. Viele Tage sind von Eintönigkeit, Langeweile und Passivität geprägt. Um die Heranwachsenden zu motivieren, ihnen Abwechslung zu bieten und sie zu Aktivität zu animieren, entwickeln die beiden verschiedene Online-Angebote. Auf besonders positive Resonanz stieß nun das interaktive Spiel „Schlag den Dani“.

Das Prinzip von „Schlag den Dani“ ist so einfach wie erfolgreich: In verschiedenen Wettbewerben fordert der Praktikant die Jugendlichen heraus, gegen ihn anzutreten. Am Ende soll ein Gesamtsieger feststehen, der sich über einen Gutschein seiner Wahl freuen darf. Um die Aktion möglichst spannend und lebendig zu gestalten, setzen Pfaffinger und Wittmaier neben sehr aktiven Spieleinheiten auf die Begleitung durch Social-Media. „Plattformen wie Instagram sind bei den Jugendlichen äußerst beliebt. Diese bieten die Möglichkeit, Umfragen durchzuführen, Meinungen einzuholen und sogar Live zu streamen“, berichtet der Sozialpädagoge, der an der Stephani-Mittelschule tätig ist. „Das Ganze macht richtig viel Spaß und die Jugendlichen werden aktiv in die Gestaltung miteinbezogen.“ Beispielsweise konnte darüber entschieden werden, welche Challenge als nächstes stattfindet.

Schlag den dani

Pfaffinger und Wittmaier schalten sich bei der Erfüllung der Aufgaben, die überwiegend direkt am Altmühlsee vonstattengehen, „live“ und können so von zahlreichen Jugendlichen, die zu Hause vor dem Bildschirm des Smartphones sitzen, verfolgt werden. „Hierdurch entstand eine unglaubliche Dynamik, die viele motivierte, aktiv teilzunehmen.“ Insgesamt traten 25 junge Menschen etappenweise an, „um den Dani zu schlagen“. Zu Beginn stand die erste Disziplin „Fahrrad fahren“ an: Es galt, mit dem Drahtesel in möglichst schneller Zeit eine Runde um den See zu schaffen. Daniel Wittmaier legte mit 35 Minuten ein gutes Tempo vor. Insgesamt zehn Teilnehmer schafften es, diese Zeit zu toppen und zogen dadurch in die nächste Runde ein.

Eiskalt ging es bei der nächsten Challenge zu: Die Herausforderung bestand darin, in den doch noch etwas kühlen Altmühlsee einzutauchen. Die Badezeit wurde gestoppt. „In der Pubertät suchen Jugendliche die Möglichkeit, sich zu messen und ihre auch körperlichen Grenzen auszutesten. Dies ist aktuell kaum mehr möglich“, macht der Mitarbeiter der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen deutlich. Entsprechend viele nahmen die Challenge an und machten eine besondere Erfahrung, wie einer der Teilnehmer schildert: „Das war das Coolste, was ich bisher in diesem Jahr gemacht habe.“ Auch Praktikant Daniel ließ sich nicht lumpen und hielt es über drei Minuten im kalten Altmühlsee aus.

Beim „Bobbycar-Parkour“ musste schließlich eine zuvor festgelegte Strecke zurückgelegt werden. Auch dieser Wettbewerb wurde mit Zeitmessung am Seeufer bei Schlungenhof durchgeführt. Dabei merkten die Organisatoren schnell, „dass die Teenager mit viel Ehrgeiz bei der Sache waren und sich für eine gute Zeit richtig ins Zeug legten“. Zwei der Jugendlichen schafften es, das von Praktikant Daniel vorgelegte Ergebnis zu schlagen und ins Halbfinale einzuziehen.

Dort hieß die Disziplin „Hau drauf - Extrem“: Es erwartete die zwei verbliebenen Herausforderer ein ganz besonderes Tischtennis-Match: Zwei Sätze mussten gewonnen werden und nach jeder Partie waren noch Liegestütze fällig. „Wir haben ganz bewusst daraufgesetzt, die Aktionen sportlich auszurichten. Fitness und Bewegung sind in Zeiten der Pandemie bei vielen Mangelware.“ Praktikant Daniel zeigte hier wiederum seine Überlegenheit, sodass Teilnehmer Bastian Lucke erst im Nachspiel ins Finale einziehen konnte. Riccardo Ioschici freute sich dennoch sehr über den erreichten dritten Platz.

Das Finalspiel wird nun noch in Form eines Minigolf-Matches über die Bühne gehen. Schon bevor der letztliche Sieger feststeht, sind die beteiligten jungen Menschen – ob aktiv am See oder live vor dem Bildschirm – Feuer und Flamme für die gesamte Aktion. „Viele hoffen auf eine Fortsetzung“, freuen sich die Organisatoren über das Feedback. Es wird spannend, wen es das nächste Mal zu schlagen gilt.

Schulsozialarbeiter

Ein weiteres Mal überlegten sich die Jugendsozialarbeiter des Diakonischen Werkes Weißenburg-Gunzenhausen, Daniela Russer und Thomas Pfaffinger, eine Online-Challenge für die Jugendlichen in Gunzenhausen. Unter dem Motto “Wie haltet ihr euch in Corona-Zeiten fit” wurden die jungen Frauen und Männer dazu aufgerufen, ihre beste sportliche Leistung oder ihren individuellen Trainingsplan einzureichen.

Aktuell sind die Fitnessstudios nach wie vor geschlossen, das Leben in den Sportvereinen ruht zudem. Entsprechend viel Motivation ist von den jungen Menschen gefordert, um weiterhin in Form zu bleiben. Die Kreativität der eingereichten Beiträge machte dies sehr deutlich. „Sportliche Betätigung ist gerade jetzt enorm wichtig. Manch Jugendlicher hat sich deshalb teils aus Leitern oder anderen Haushaltsgegenständen ein Fitness-Set in den eigenen vier Wänden zusammengestellt“, berichten die Fachkräfte. Ebendiesen Erfindungsreichtum gilt es aktuell zu fördern, damit möglichst viele junge Menschen fit und motiviert durch die Zeit der Einschränkungen kommen.

Als Preis für die besten oder kreativsten sportlichen Leistungen erhielten die beiden Gewinner Niklas Wißmüller und Eren Koltuk ein selbst ausgewähltes Fitness-Paket im Wert von 25 €. Daniela Russer und Thomas Pfaffinger kamen persönlich bis an die Haustüre und überreichten den glücklichen Sportlern ihre Preise.

Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger lädt derzeit zu Alpaka-Spaziergängen ein: Im Rahmen seines Angebots der „Tierischen Spaziergänge“ ist die Fachkraft mit jungen Menschen in der Natur unterwegs. Dabei geht es vor allem darum, „mit den Jugendlichen wieder etwas gemeinsam zu erleben und sie gut durch die Zeit des weiterhin andauernden Lockdowns zu bringen“.

„Ich stelle im Arbeitsalltag immer wieder fest, dass einige Jugendliche sich während der vergangenen Monate stark zurückgezogen haben und teils keine realen sozialen Kontakte mehr hatten“, macht Thomas Pfaffinger, der als Jugendsozialarbeiter an der Stephani-Mittelschule tätig ist, deutlich. „Der komplette Rückzug ins Virtuelle kann Depressionen und andere psychische Auffälligkeiten mit sich bringen.“ Umso wichtiger ist es, dass Teenager nun wieder aktiv werden, hinaus in die Natur gehen und etwas Positives erleben. Dieses Bedürfnis griff Pfaffinger gemeinsam mit seinen Kollegen der Diakonie-Jugendarbeit auf und initiiert nun in Zusammenarbeit mit Anne Weeger von Frankenland-Alpaka in Merkendorf die „Tierischen Spaziergänge“.

Alpakawanderung    Alpakawanderung

Foto 1: „Tierische Spaziergänge“ bietet aktuell das Team der Diakonie-Jugendarbeit in Gunzenhausen an. Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger und Schüler Niklas Adolf machten sich mit den Alpakas Moritz und Philippo auf den Weg auf die gut zwei-stündige Wanderung. Foto 2: Selfies sind Pflicht bei einem Alpaka-Spaziergang: Auch Schülerin Mia Stache nutzte die Chance und machte zahlreiche Fotos mit „ihrem“ Alpaka.

Im Vorfeld wurde über die Sozialen Medien durch Posts auf Instagram oder Facebook auf das Angebot aufmerksam gemacht. Die Jungen und Mädchen konnten sich bei den Fachkräften direkt für einen Spaziergang bewerben. Hierzu schickten sie ein kurzes Schreiben, in dem sie schilderten, warum ausgerecht sie die Wanderung verdient hatten.

Angekommen am Zuchtbetrieb von Anne Weeger erfolgte dann die Übergabe der Alpakas Corona-konform - ohne Kontakt. Nach einer kurzen Einweisung und Wegerklärung ging es auch schon los. Als Erstes starteten Praktikant Daniel Wittmaier und Schülerin Mia Stache auf die gut zwei-stündige Wanderung. Vor allem die 12-Jährige war total begeistert von „ihrem“ Alpaka, das sie gekonnt mit sich führte: „Es war ein unbeschreibliches Gefühl, mit diesen friedlichen Tieren zu laufen. Alpakas haben so eine tolle Aura. Die sind einfach richtig süß. Man möchte ihnen am liebsten um den Hals fallen und gar nicht mehr aufhören, sie zu streicheln.“

Während des Spaziergangs wurden natürlich zahlreiche Selfies mit den putzigen Vierbeinern gemacht. Außerdem bot das lockere Laufen eine super Möglichkeit, für viele gute Gespräche.

„Alpakas haben tatsächlich eine total entspannende Wirkung auf Kinder und Jugendliche“, berichtet Thomas Pfaffinger nach seinem Spaziergang, bei dem er Schüler Niklas Adolf begleitete.

 

„Schön, dass ihr da wart“, ist nach einem langen Arbeitstag auf dem Diensthandy von Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger zu lesen. Der Jugendsozialarbeiter, der an Stephani-Mittelschule tätig ist, war im Laufe des Nachmittags gemeinsam mit seinem Praktikanten Daniel Wittmaier unterwegs. Er hat Schüler an ihrer Haustüre besucht und damit sichtliche Begeisterung bei den jungen Menschen hinterlassen. Die Jungen und Mädchen erhielten „Lockdown-Pakete“ mit Spielen, einem Bücher-Gutschein und Süßigkeiten. Über diese Preise konnten sich diejenigen freuen, die online über die Plattform MS-Teams an den Angeboten „Altmühlsee-Lockdown-Rallye“ und einem „Corona-Quiz“ erfolgreich teilgenommen hatten. Ermöglicht wurden die Gewinne durch eine finanzielle Zuwendung des Fördervereins der Stephani-Schule.

Altmühlsee-Lockdown-Rallye

Große Freude: Tim Lastinger aus der Klasse 7cM der Stephani-Mittelschule
bekam – mit corona-bedingtem Abstand – ein  „Lockdown-Paket“ mit Spielen,
einem Büchergutschein und Süßigkeiten von Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger
und Praktikant Daniel Wittmaier überreicht. (Foto: Liane Lastinger)

Thomas Pfaffinger erlebt derzeit einen Arbeitsalltag, der aufgrund der Schulschließungen so ganz anders ist als gewohnt. „Aktuell ist enorm viel Kreativität gefordert“, macht er gleich deutlich. Mit tatkräftiger Unterstützung seines Praktikanten initiiert er eine Vielzahl an Online-Angeboten. „Die Schüler sitzen nahezu den ganzen Tag vor dem Bildschirm – egal ob am Handy oder PC. Wir versuchen, sie mit unseren Angeboten zu Bewegung, Sport oder einfach zum Rausgehen an die frische Luft zu motivieren.“ Eine große Gefahr sieht er darin, dass der Distanzunterricht und die massive Reduzierung der sozialen Kontakte psychische Auswirkungen auf die Kinder und Jugendlichen haben. „Einige unserer Schüler hängen schon ziemlich durch.“ Umso wichtiger ist es, für Ablenkung, Spaß und auch Erfolgserlebnisse zu sorgen. Ein Beispiel hierfür ist die bereits genannte „Altmühlsee-Lockdown-Rallye“. Diese konnte von den Fünft- bis Siebtklässlern der Stephani-Schule bearbeitet werden. Allein, zu zweit oder mit der Familie sollten Aufgaben und Fragen rund um den Altmühlsee und dessen Natur gelöst werden – natürlich immer unter Beachtung der geltenden Corona-Regeln. Dabei ging es über Schlungenhof, die Vogelinsel bei Muhr am See hin zum Spielplatz bei Wald. „Im Nachhinein haben uns viele erzählt, dass sie die Rallye tatsächlich für einen Sonntagsspaziergang genutzt haben“, freut sich der Sozialpädagoge. „Manche haben den ganzen See umwandert.“ Einig waren sich letztlich alle Teilnehmer darin, dass es „super viel Spaß“ gemacht hat – „nur das Rätsel am Spielplatz war zu schwer.“

Ein weiteres Angebot, das online geschaltet wurde, war ein „Corona-Quiz“ für die 8. bis 10. Klassen. Die älteren Schüler mussten hier ihr Wissen in Bezug auf das Virus unter Beweis stellen. Zudem wurde abgefragt, wie es den Jugendlichen aktuell geht. Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die meisten kommen ganz gut durch diese Zeit, erleben das Fehlen von Schule und weiteren Angeboten jedoch als sehr langweilig. Den Online-Unterrichts empfinden viele Befragte als äußerst stressig. „Der Tag besteht gefühlt fast nur noch aus Schule“, macht einer deutlich. „Aufgrund der Erfahrungen des ersten Lockdowns haben sich viele junge Menschen Ressourcen angeeignet“, schildert Pfaffinger. „Reale soziale Kontakte fehlen jedoch allen.“ Ein kleiner Ersatz ist eine Workout-Challenge, die weiterhin online läuft: Die Schüler können hier an einem Fitness-Wettbewerb teilnehmen. „Vor allem die Jungs leiden derzeit darunter, dass sie sich sportlich nur stark eingeschränkt auspowern können.“ In dem Wettbewerb treten sie gegeneinander an und können sich trotz Distanz körperlich messen.

Ziel Pfaffingers ist es, trotz Lockdowns mit den Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. Die Kommunikation läuft nun größtenteils über MS Teams, „bei Notfällen finden aber auch weiterhin Hausbesuche statt“. Dies ist vor allem dann notwendig, wenn Schüler online und auch telefonisch nicht mehr erreichbar sind. In den vergangenen Tagen machten sich Pfaffinger und sein Praktikant schon einige Male auf den Weg, um nach dem Rechten zu schauen. „Da hatten Kinder dann zu Hause erzählt, sie hätten gerade gar keine Schule – oder die Technik streikt“. Um rasch eingreifen und Unterstützung leisten zu können, hält der Mitarbeiter der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen stets Kontakt zu den Lehrkräften. Hinzu kommt, dass er auf diesen Wegen auch die durch den Europäischen Sozialfonds geförderte Deutschklasse weiterhin sozialpädagogisch begleitet. Das Gruppenangebot der „Naturhelden“, das in Zusammenarbeit mit Daniela Russer vom Jugendmigrationsdienst initiiert wird, läuft nun ebenso über MS-Teams. „Aktuell setzen sich die Schüler mit der Tierwelt im Winter auseinander.“ Die Ausbildung der neuen Streitschlichter ist ebenfalls im Online Modus: „Mit aufgezeichneten Rollenspielen und vielen Aufgaben erarbeiten sich die Schüler hier Methoden und Wissen rund um aktives Zuhören sowie Gefühle.“

Zudem bietet Pfaffinger den Jugendlichen bei Bedarf wieder Spaziergänge an der frischen Luft an: „Ein bewährtes Angebot, auf das sie gerne zurückgreifen“. Gemeinsam mit Daniel Wittmaier, der als Schüler der Fachoberschule sein Praktikum ableistet, fühlt er sich auf jeden Fall bestens für die nächsten Wochen Distanz-Unterricht gerüstet. „Wir haben bereits einige weitere Online-Angebote in der Schublade und geben alles, um die Schüler gut durch diese Zeit zu begleiten.“

Die Schülermitverantwortung (SMV) der Stephani-Mittelschule bittet um Mithilfe:

Bald ist Weihnachten und jeder bekommt Geschenke. Wir möchten auch etwas für einen guten Zweck tun und Kinder beschenken! Dieses Schuljahr bietet die Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen eine Weihnachts-Wunschaktion an, die Kindern aus finanziell schwachen Familien unterstützt.

Es gibt auch bei uns im Landkreis Menschen, die nicht genug Geld für Weihnachtsgeschenke, einen Baum oder ein besonderes Essen zu Weihnachten haben. Diese Menschen dürfen beim Diakonischen Werk einen Wunschzettel ausfüllen und sich einen Wunsch erfüllen lassen. Die Wunschzettel werden dann an die Wunschbäume gehängt. Wer einen Wunsch erfüllen möchte, kann sich einen Zettel abnehmen, ein Päckchen packen und es an einer der Annahmestellen abgeben. Dieses Jahr wird die Aktion aufgrund von Corona in Form von Gutscheinen durchgeführt.

Auch wir möchten bedürftigen Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern und bitten Euch/Sie, mit einer Geldspende dazu beizutragen. Die Spendengelder werden schließlich für Gutscheine ausgegeben, die wir besorgen und über die Diakonie den Kindern dann zukommen lassen. Damit können sich die Jungen und Mädchen ihre Wünsche erfüllen. Jeder Beitrag von Euch/Ihnen zählt und kommt direkt bei den Kindern an!

Die jeweils zuständigen Schüler werden am Donnerstag, 19.11.2020, in die Klassen kommen und Spenden in einer Box einsammeln. Wir kümmern uns schließlich um die Gutscheine für die Kinder.

Wir danken Euch/Ihnen schon jetzt und wir würden uns freuen, wenn Sie und Ihr/e Kind/er bei dieser Aktion mitmachen. So können wir für hoffentlich möglichst viele leuchtende Kinderaugen an Weihnachten sorgen.

Eine wundervolle Weihnachtszeit wünscht Eure/Ihre SMV

Noch vor dem erneuten Lockdown konnte mit der Deutsch-Klasse der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen das Projekt „Naturhelden“ der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen gestartet werden. Daniela Russer, die sich für den Jugendmigrationsdienst verantwortlich zeigt, initiiert das Projekt und erhält bei der Durchführung Unterstützung von Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger. Zielsetzung der umweltpädagogischen Einheiten ist es laut den Fachkräften, „bei den Schülern ein Bewusstsein für die Natur zu schaffen sowie sie zu nachhaltigem Denken und Handeln anzuregen“.

Naturhelden

Die Jungen und Mädchen sind dazu eingeladen, sich mit Themen wie Mülltrennung, Tier- und Artenschutz, Energie sparen oder regionalem Einkaufen auseinanderzusetzen. Um die Unterrichtsstunden möglichst abwechslungsreich zu gestalten, haben sich Russer und Pfaffinger ein besonderes Programm überlegt, das nach Möglichkeit im Freien stattfindet: Es stehen Besuche des Gunzenhausener Recyclinghofes, eines in der Nähe gelegenen Bauernhofes sowie eine Alpaka-Wanderung auf dem Plan. Zusätzlich werden Mitarbeiter des LBV Muhr am See Einheiten zum Artenschutz und dem Thema Wertebewusstsein übernehmen. „Wir möchten die Kinder und Jugendlichen nicht mit inhaltlichen Ausführungen überladen. Dies würde sie auch aufgrund sprachlicher Barrieren rasch überfordern“, betont Russer. „Vielmehr geht es uns um praktisches Tun.“ Ein wichtiger Bestandteil am Ende jedes Treffens wird deshalb sein, die gemachten Erfahrungen kurz und prägnant festzuhalten: Jeder der Teilnehmer erhielt hierfür eine Mappe mit leicht verständlichen Arbeitsblättern – „Das habe ich heute gelernt“ und „Mein Experten-Tipp“ ist unter anderem darauf zu lesen.

Bei der ersten Einheit durften die „Naturhelden“ mit Hacke und Spaten bereits aktiv werden. Sie pflanzten verschiedene Blumenzwiebeln im Garten des Jugendzentrums ein. Außerdem wurden Halloween-Kürbisse geschnitzt. Zuvor beschäftigen sich die Schüler kurz damit, was hinter dem Begriff Klimawandel steckt und welche Auswirkungen diese Entwicklung für jeden Einzelnen haben kann. Zudem gab es Stationen, an denen sie Fragen nach der Waldrodung, dem Wasserverbrauch bei der Herstellung von Kleidung oder der Müllentsorgung nachgingen. „Der Einstieg ist geschafft – nun hoffen wir, dass es baldmöglichst weitergehen kann“, zeigt sich Thomas Pfaffinger erwartungsvoll.

Die Schülermitverantwortung (SMV) der Stephani-Mittelschule organisierte in der Woche vor Halloween einen besonderen Wettbewerb: Die fünften und sechsten Klassen waren dazu aufgefordert, einen Kürbis zu schnitzen. Der Klasse, die das gruseligste Kürbisgesicht einreichte, winkte ein Süßigkeiten-Paket als Preis.

Vorbereitung auf Halloween

„Die Idee für die Kürbis-Aktion kam direkt von den Schülern und wurde von ihnen mit großer Motivation umgesetzt“, schildern Lehrerin Ina Weihrauch und Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger von der Diakonie. Die beiden zeichnen sich für die Betreuung der SMV an der Stephani-Mittelschule verantwortlich. Das Projekt wurde in den unteren Klassenstufen vorgestellt, die älteren Schüler kümmerten sich um die Verteilung der Kürbisse. Die Fünft- und Sechstklässler zeigten sich begeistert vom Wettbewerb, bewiesen beim Aushöhlen und dem anschließenden Schnitzen viel Kreativität. Schließlich wurden die Leuchtkörper von den Neunt- und Zehntklässlern wieder abgeholt. Im Rahmen ihres wöchentlichen Treffens machte sich die SMV an die Auswahl des Siegers. In Form des „Spinnen-Kürbis“ der Klasse 6aG war der Gewinner rasch gefunden. Doch auch die anderen Kürbisse hatten nach Ansicht aller eine Auszeichnung verdient: So gab es am Ende viele freudige Gesichter, als die SMV-Mitglieder alle abgegebenen Kürbisse mit Süßigkeiten gefüllt zurück in die jeweiligen Klassen brachten.

Mit dem Thema „Werte achten – nachhaltig leben“ setzten sich in den letzten Wochen die Schüler der 8. Jahrgangsstufen an der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen sowie der Altmühlfranken-Schule in Weißenburg und Gunzenhausen auseinander. Die Unterrichtseinheiten wurden konzipiert und durchgeführt von den an den Schulen tätigen Jugendsozialarbeitern Veronika Schmidtpeter, Denise Mayer (beide vom Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen) und Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen). Unterstützung erhielten die Fachkräfte von Sebastian Amler, der als Jugendbeauftragter der Kreisgruppe des Landesbundes für Vogelschutz im Landkreis agiert.  

Werte achten - nachhaltig leben

Nicht erst seit der Fridays For Future-Bewegung ist der Klimawandel und die damit drohenden Auswirkungen von großer Bedeutung für junge Menschen. „Corona hat dieses Thema etwas in den Hintergrund gedrängt“, schildert Veronika Schmidtpeter. „Dennoch haben wir bei unseren diesjährigen Unterrichtseinheiten zum Projekt „Filmendes Klassenzimmer“ ganz bewusst auf den Natur- und Umweltschutz gesetzt. Schließlich ist dieser von elementarer Bedeutung und gerade junge Menschen können aktiv etwas bewirken“.

In einem ersten Schritt setzten sich die Teilnehmer mit der Tier- und Artenvielfalt in unserer Region auseinander. „Gerade die Vogelinsel im Altmühlsee bei Muhr am See bietet vielen Vögeln Heimat und Rastplatz“, macht Sebastian Amler deutlich und freut sich, dass viele der jungen Menschen diese bereits kennen und sogar schon einmal besucht haben. In einem Quiz, das die Jugendlichen auf Tablets über die Lernplattform Kahoot spielten, wurde Wissen hinsichtlich heimischer Tiere wie Turteltaube, Spitzmaus, Kohlmeise, Fledermäusen oder auch Fröschen abgefragt. „Die Jungen und Mädchen waren mit großem Eifer dabei. Es zeigte sich aber auch, wie wenig sie doch häufig über die Tierwelt direkt vor der eigenen Haustüre wissen“, schildert Denise Mayer ihre Beobachtungen während des Projektes.

Im Folgenden waren die Jugendlichen dazu aufgefordert, der Frage „Was ist mir in meinem Leben wertvoll?“ nachzugehen und hierzu in Kleingruppen Plakate zu gestalten. „Bei allen fanden sich materielle Dinge wie Smartphones, Autos oder Geld wieder. Für viele Jugendliche stehen jedoch auch Werte wie Familie, Freunde und Freiheit ganz weit oben“, erläutert Thomas Pfaffinger. Weitere für sie wichtige Werte wie „Sauberes Wasser“, „Gute Luft“ und „Frieden“ brachten die Schüler in den anschließenden Präsentationen zum Ausdruck. Den Fachkräften war es bei diesem Schritt besonders wichtig, „dass die Achtklässler erkennen, dass letztlich alles zusammenhängt und wir den Wert der Umwelt für unser Leben nicht vernachlässigen dürfen.“ So machte einer der Schüler bei der Vorstellung der Ergebnisse deutlich, dass ihm das neueste iPhone ja wenig nütze, wenn er schwerkrank sei.

Bei der Aktion „Stop and Go“ ermittelten die Schüler anhand verschiedener Fragestellungen ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck. Konnten sie auf Aussagen wie „Du kaufst Dir regelmäßig ein neues Smartphone“, „Du kaufst Dir Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren dann, wenn Du Lust darauf hast“ oder „Du bist in den letzten zwei Jahren in den Urlaub geflogen“ mit „Ja“ antworten, ging es einen Schritt nach vorne. Am Ende wurde so allen ersichtlich, dass wir letztlich alle auf Kosten unserer Umwelt und den damit verbundenen Ressourcen leben. „Doch ein jeder von uns hat es in der Hand, mit den vorhandenen Rohstoffen schonender umzugehen und vielleicht mal auf etwas zu verzichten“, betonen die Fachkräfte.

Eine große Bedrohung für die Weltmeere und schließlich für uns alle stellt Mikroplastik dar. Hierüber erfuhren die Achtklässler anhand eines Info-Filmes viel Neues. „Innerhalb einer Woche nehmen wir über Lebensmittel so viel Plastik zu uns, wie in einer Kreditkarte enthalten ist“, führte Schmidtpeter den sichtlich erstaunten Schülern vor Augen. Auch dass zur Herstellung eines Hamburgers bis 2400 Liter Wasser benötigt werden, hinterließ einen bleibenden Eindruck bei den Jungen und Mädchen.

Anhand eines Youtube-Videos wurde anschließend die Bedeutung von Markenkleidung kritisch hinterfragt, bevor sich die Schüler bei verschiedenen kurzen Rollenspielen ausprobierten. Schließlich bekam jede Klasse die Aufgabe, ein Drehbuch rund um die Thematik „Werte achten – nachhaltig leben“ zu erarbeiten. Dieses reichen sie nun in einen Wettbewerb mit den anderen Klassen ein. Der Siegerklasse winkt eine Fahrt in die Bavaria Filmstudios München zum Projekt „Filmendes Klassenzimmer“ – sobald Corona es wieder zulässt.

Unter strengen Corona-Hygienebestimmungen wurde an der Stephani-Mittelschule die Wahl der Schülersprecher und Verbindungslehrer abgehalten. Die Abstimmung zum Schülersprecher konnten Anna Zakaryan, Selma Laleli und Niruban Nimalan für sich entscheiden. Als Verbindungslehrer wurden Alfred Pavlovic und Lena Fabricius bestimmt.

Wahlarena 2020Während der kompletten Wahlarena herrschte Maskenpflicht. Lediglich für ihre Statements durften die Kandidaten
– im Bild Anna Zakaryan – ihren Mund-Nase-Schutz am Mikrofon kurz abnehmen. (Foto: Thomas Pfaffinger)

Vor Wahlen heißt es oft, dass jede einzelne Stimme zählt und wie wichtig ebendiese ist. Wie wahr diese Aussage ist, erlebten die in der Schülermitverantwortung (SMV) tätigen Jungen und Mädchen bei der Auszählung der Stimmen dieses Jahr. Eine Stimme brachte hier die Entscheidung über Platz zwei und drei bei der Schülersprecher-Wahl. 141 zu 140 Stimmen hieß das spannende Endergebnis. Mit 183 der abgegebenen Stimmen durfte sich Anna Zakaryan über ihre Wahl zur ersten Schülersprecherin freuen. Vorausgegangen war eine Wahlveranstaltung, die von überzeugenden Statements der Kandidaten sowie durch klare Corona-Regeln bestimmt war. Lehrerin Ina Weihrauch, die sich an der Mittelschule mit Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen) der Betreuung der SMV-Gruppe annimmt, bereitete die Veranstaltung akribisch vor: In der Stephani-Halle waren die einzelnen Tribünenbereiche farbig gekennzeichnet, jede Klasse durfte nur an ihren jeweiligen Wahlkabinen wählen. Zudem hatte hierfür jeder Schüler seinen eigenen Stift dabei. Für jede Klasse stand eine separate Wahlurne bereit. „Während der kompletten Veranstaltung herrschte Maskenpflicht in der Halle, Fenster sowie Türen waren für eine gute Durchlüftung permanent geöffnet“, untermauert Weihrauch. „Wir wollten unseren Schülern aber auch in Corona-Zeiten demokratische Prozesse ermöglichen.“

Schülersprecher 2020/21von links nach rechts: Selma Laleli 10aM, Anna Zakaryan 10aM und Niruban Nimalan 9b
wurden als Schülersprecher bestimmt. (Foto: Thomas Pfaffinger)

Dass dies gelang, davon sind Weihrauch und Pfaffinger überzeugt: „Unter Mithilfe unserer Hausmeister und einiger engagierter Schüler konnten wir Demokratie hautnah erfahrbar machen.“ Der Wahlarena war ein längerer Prozess vorangestellt: Jeder Schüler konnte Kandidaten zum Schülersprecher vorschlagen. Mit den 34 potentiellen Kandidaten fanden kurze Gespräche statt, in denen die Ernsthaftigkeit des Amtes sowie die damit verbundenen Aufgaben aufgezeigt wurden. Hernach blieben noch zehn interessierte Jungen und Mädchen übrig, die sich mit Ina Weihrauch und Thomas Pfaffinger trafen. Alle Kandidaten waren dazu aufgefordert, ein Plakat über sich zu entwerfen. Diese fanden ihren Platz in der Aula der Schule. Sechs mögliche Schülersprecher blieben übrig, die dann bei der Wahlarena ihren Platz in der Mitte der Stephani-Halle einnahmen. Nacheinander stellten sie sich in den folgenden drei Stunden mit Statements allen Klassen der Mittelschule vor. Die Ideen, die sie im Amt des Schülersprechers verwirklichen wollten, reichten von „neuem Mensa-Essen“, Turnieren – „auch für Mädchen“ – bis hin zu einer Art Wünsche-Kasten, der in der Aula stehen soll. Die Kandidaten hoben hervor, die Ideen ihrer Mitschüler ernstnehmen und für deren Anliegen ein offenes Ohr haben zu wollen. Anschließend ging es für die Fünft- bis Zehntklässler an die Wahlurnen, um ihre Stimme abzugeben.

Gruppenfoto SMVDie in der SMV tätigen Schüler unterstützten die Wahl der Schülersprecher. (Foto: Justus Keim)

Nach der Wahlveranstaltung machten sich die Mitglieder der SMV sogleich an die Auszählung. In der SMV engagieren sich motivierte Jungen und Mädchen, die das Schulleben aktiv gestalten und ihre eigenen Ideen verwirklichen möchten. Anna Zakaryan, Selma Laleli und Niruban Nimalan werden als gewählte Schülersprecher ebenso Mitglieder der SMV. „Mit der SMV haben unsere Schülersprecher ein Gremium hinter sich, mit dessen Unterstützung und im gegenseitigen Zusammenwirken vielfältige Aktionen und Projekte umgesetzt werden können“, freuen sich abschließend Weihrauch und Pfaffinger.

„Welche Eigenschaften müsste ein Super-Streitschlichter haben?“ – dieser Frage gingen Jungen und Mädchen der Stephani-Mittelschule und der Altmühlfranken-Schule in Gunzenhausen nach. Sie traten in diesen Tagen ihre Ausbildung zum Konfliktlotsen an und kamen nun bei einem Treffen erstmalig zusammen. Denise Mayer (Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen) und Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen) leiten die 18-köpfige Gruppe an und freuen sich über eine beständig große Resonanz an ihrem Angebot.

„Gut zuhören“, „Höflich und nett“, „Sich durchsetzen können“, „Humorvoll“ sind einige der Stichworte, die die Kinder und Jugendlichen zusammentragen. In der Mitte des großen Stuhlkreises liegt eine aufgemalte Figur, der Super-Streitschlichter. Zusehends wird dieser mit den scheinbar nötigen Charaktermerkmalen eines imaginären Vorbildes gefüllt. Am Ende ist die Figur fast nicht mehr zu sehen, so viele wichtige Eigenschaften haben die Schüler gefunden und auf Zetteln notiert. „Bringt jemand von euch denn all diese Merkmale mit?“, stellt Jugendsozialarbeiterin Denise Mayer die entscheidende Frage. Die Schüler überlegen, schauen skeptisch die anderen an. „Natürlich nicht! Auch wir Sozialpädagogen sind keine Super-Streitschlichter“, sorgt ihr Kollege Thomas Pfaffinger für Erleichterung bei den Siebt- und Achtklässlern. Während der Ausbildung zum Streitschlichter gehe es vielmehr darum, an diesen Eigenschaften zu arbeiten, im Laufe der Zeit bestimmte Fähigkeiten und Kenntnisse zu erwerben. In den nächsten Monaten werden die Schüler in den Bereichen Kooperation, Kommunikation geschult und lernen, die fünf Phasen der Mediation anzuwenden. Dabei sollen sich die Jungen und Mädchen Wissen und praktisches Können aneignen, um schließlich an ihren Schulen für eine gewaltfreie Lösung von Konflikten sorgen zu können.

„Wir richten unsere Einheiten an der Lebenswelt der Jugendlichen aus – praktische Übungen und vor allem Teamarbeiten sind uns besonders wichtig“, erläutern Mayer und Pfaffinger. Einmal monatlich findet die Ausbildung nun statt. Besonders intensiv wird es dann während eines 4-tägigen Seminar-Wochenendes. Geplant ist der Aufenthalt für März 2021 im Schullandheim in Heidenheim. Auch die aktuell aktiven Streitschlichter der Schulen werden mit dabei sein. „Die erfahrenen Schüler bringen sich hier unterstützend mit ein, stehen als Ansprechpersonen zur Verfügung und können ihr Wissen weitergeben.“ Anhand eines Patensystems zeigt sich jeder der Streitschlichter verantwortlich für einen der Auszubildenden.

Streitschlichterausbildung 2020/21

Wie beliebt und angesehen die Tätigkeit als Streitschlichter an den beiden Schulen ist, zeigt sich an den vielen Bewerbungen, die einem Aufruf der Sozialpädagogen im vergangenen Schuljahr folgten: Über 30 Schüler wollten die Ausbildung beginnen und gaben ihr Bewerbungsformular ab. Nach Vorstellungsgesprächen – kleinen Castings, bei denen die Teilnehmer Aufgaben und Fragen bewältigen sollten – fiel die Wahl auf 18 geeignete Schüler. Diese lernten sich beim zurückliegenden Termin nun schon durch einige Übungen sowie Spiele besser kennen und erfuhren, was sie während der nächsten Monate erwarten wird.

Um in Zeiten der COVID-19-Infektionen eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, hat unsere Bundesregierung eine sogenannte "AHA-Regel" ausgegeben. Diese steht für Abstand halten, Hände waschen und Alltagsmasken. Nun hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mitgeteilt, dass die Regel um ein "L" ergänzt werden muss: Somit sei u. a. auch an Schulen regelmäßiges Lüften in allen Unterrichtsräumen, Büros, ... wichtig. Bitte denken Sie als Eltern daran, Ihrem Kind eine dieser Situation angepasste Kleidung für den Schulbesuch mitzugeben. Während das Lüften eine Empfehlung ist, gilt an bayerischen Schulen nach wie vor eine Maskenpflicht auf dem gesamten Schulgelände mit Ausnahme des eigenen Platzes im Klassenzimmer bzw. sonstigem Unterrichtsraum.

An der Stephani-Mittelschule und der Altmühlfranken-Schule in Gunzenhausen sind in diesem Schuljahr 13 Jungen und Mädchen als Streitschlichter tätig. Diese sorgen an den beiden Schulen für ein gewaltfreies Klima und unterstützen auch in Zeiten von Corona ihre Mitschüler bei der Lösung von auftretenden Konflikten. Beim ersten Treffen, das im Garten des Jugendzentrums stattfand, erstellten die Schüler ihre neuen Dienstpläne und setzten sich mit den Hygienemaßnahmen auseinander, die während ihrer Schlichtungen gelten sollten.

Streitschlichter im Schuljahr 2020/21

Zu Beginn des Treffens galt es aber erstmals, Denise Mayer zu begrüßen, die sich als Sozialpädagogin des Landratsamtes Weißenburg-Gunzenhausen an der Altmühlfranken-Schule für die Belange der Schüler einsetzt und sich deren Problemlagen annimmt. Gemeinsam mit Diakonie-Mitarbeiter Thomas Pfaffinger, der seit nunmehr elf Jahren an der Mittelschule tätig ist, ist sie nach einem Arbeitsplatzwechsel wieder für die Ausbildung, Begleitung sowie Anleitung der Konfliktlotsen zuständig.  Die beiden Fachkräfte sind überzeugt vom Konzept der Schüler-Mediation und machen deutlich, „dass den Streitschlichtern eine ganz besondere Chance zukommt, für ein gutes Miteinander in der Schule beizutragen.“ Als Gleichaltrige könnten sie die Problemlagen und Interessen der Streitenden viel besser nachvollziehen, als dies Erwachsenen möglich sei. Die Schlichtungen fänden auf Augenhöhe statt, es gäbe im Regelfall keine Verweise oder Mitteilungen, wenn sich Schüler für eine freiwillige Schlichtung entschieden haben.  

„Wir sind keine Richter, sondern möchten vielmehr mit unseren gelernten Methoden bei der Lösungssuche unterstützen“, machen Arianit Blakaj und Anna Zakaryan deutlich, die als Sprecher der 13-köpfigen Gruppe fungieren. „Nur eine Lösung, die für alle passt, ist eine gute Lösung!“ Arianit und Anna schlossen vor über drei Jahren ihre Ausbildung zum Streitschlichter ab, nachdem sie zuvor gut ein halbes Jahr lang ausgebildet wurden. „Vor allem beim Seminar-Wochenende haben wir eine Menge gelernt und geübt“, berichten die beiden. „Es war schon eine anstrengende Zeit, bis wir endlich fertige Konfliktlotsen waren, aber es hat auch richtig viel Spaß gemacht.“ Von ihrer Tätigkeit profitieren sie nach eigenen Aussagen in vielfältiger Weise: „Wir sind selbstbewusster geworden, regeln auch eigene Konflikte besser als früher und erfahren viel Bestätigung für unseren Dienst – das tut gut!“ Als besonderen Gewinn für ihre Schützlinge sehen Mayer und Pfaffinger zudem den Aufbau neuer Freundschaften. Über mehrere Jahre kommen die Schüler schließlich regelmäßig zusammen, „da lernt man sich schon sehr gut kennen.“ Vor allem die Aufenthalte im Schullandheim Heidenheim und Bildungs- und Tagungszentrum in Pappenheim hätten die Gruppe zusammengeschweißt.

Entsprechend angenehm ist die Atmosphäre beim ersten Treffen im Garten des Jugendzentrums. Während im Schulhaus noch überall Maskenpflicht gilt, können sich die Jungen und Mädchen hier im Freien zumindest ohne Maske begegnen. Auf Abstand wird natürlich weiter geachtet. So überlegt sich die Gruppe schließlich, welche Regeln während ihrer Schlichtungen im Streitschlichter-Zimmer gelten müssen. „Masken und Fenster auf, Hände waschen und am Ende alles desinfizieren“, bringt es der 15-jährige Arianit auf den Punkt.  Die Konfliktlotsen legen schließlich noch ihren Dienstplan für das Schuljahr fest. Für jeden Wochentag sind zwei bzw. drei Schüler eingeteilt, um bei Bedarf am Pausenhof einschreiten und schlichten zu können. Wie wichtig hier ihr Dienst ist, wird sogleich am nächsten Schultag deutlich: Während der Pause gibt es eine körperliche Auseinandersetzung zwischen zwei Jungs, von der Klassenlehrerin werden sie dann zur Klärung des Problems zu den Streitschlichtern geschickt. „Jetzt, wo wieder alle Schüler jeden Tag in der Schule sind, haben wir auf jeden Fall wieder viel mehr zu tun.“

In den ersten beiden Wochen des Schuljahres 2020/21 ordnete das Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus eine Maskenpflicht für alle Personen auf dem gesamten Schulgelände der bayerischen Schulen an. Immer wieder kommt es jedoch vor, dass Masken beschädigt oder verschmutzt werden. Für diesen Fall ist es von Vorteil, wenn Schulen über einen gewissen Vorrat an Ersatzmasken verfügen.

Die Firma Verpa aus Gunzenhausen unterstützt in der Region diverse Schulen, u. a. auch die Stephani-Mittelschule, mit einer großzügigen Maskenspende. Die Masken wurden am 10. September 2020 im Beisein einer Mitarbeiterin von Radio 8 Ansbach unserer Schule übergeben. Das Foto zeigt Mitarbeiter der Firma Verpa mit der Schulleiterin Sandra Wißgott.

Übergabe der Masken durch die Firma VerpaFoto: Chiara Bischoff, Radio 8

An der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen üben ab September 15 Schüler als neue Tutoren ihren Dienst aus. Die Jungen und Mädchen wurden seit Ende der Pfingstferien von Sozialpädagogen Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen) auf ihre Tätigkeit als Starthelfer vorbereitet. Dazu trafen sie sich nun abschließend im Garten des Jugendzentrums, um ihr praktisches Können zu zeigen. Die Inhalte der Ausbildung, die aufgrund der Corona-Einschränkungen vorwiegend online vermittelt werden mussten, waren unter anderem der erste Eindruck, verschiedene pädagogische Grundkenntnisse, die Anleitung von Spielen sowie eine Ideensammlung für die Aktionen im neuen Schuljahr.

Lebte die Starthelfer-Ausbildung sonst vom aktiven Ausprobieren verschiedener Spiele, war in diesem Jahr bedingt durch die Corona-Pandemie alles anders. Während der Schulschließung konnten sich interessierte Jungen und Mädchen aus den achten Klassen für den Dienst per E-Mail bewerben. Diese Schüler erhielten schließlich über mehrere Wochen hinweg insgesamt sieben Aufgabenstellungen, die sie in einem bestimmten Zeitrahmen bearbeiten sollten. Selbständiges Arbeiten aber auch Kleingruppenübungen über WhatsApp waren wesentliche Bestandteile. Ergänzt wurde das Online-Coaching durch Arbeitsblätter mit Informationen rund um die verschiedenen Themen. „Die Ausbildung auf diesem Weg verlief äußerst positiv“, freut sich Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger. Jedoch bedeutete dies auch einen insgesamt viel größeren zeitlichen Aufwand als sonst. „Der persönliche Austausch sowie das Ausprobieren von Spielen fehlten außerdem eindeutig.“ Dennoch zeigt sich Pfaffinger zuversichtlich, dass die Inhalte auf diesem Weg adäquat vermittelt und von den Schülern erarbeitet werden konnten. Die Achtklässler jedenfalls überraschten den Jugendsozialarbeiter mit ihrer Motivation und Beteiligung positiv. Die Freude war schließlich sehr groß, dass sich alle noch real treffen konnten.

Ab September sind jeweils bis zu sechs Neuntklässler für eine fünfte Klasse zuständig. Sie begleiten diese beim Ankommen an der für sie neuen Schule, führen Kennenlern-Spiele sowie eine Schulhaus-Rallye durch. Außerdem überlegen sie sich wöchentliche Aktionen, planen diese und führen sie eigenverantwortlich durch. Bei der Generalprobe im Garten des Jugendzentrums zeigten die Schüler schon mal ihre Kenntnisse bei einer fiktiven Vorstellungsrunde. Zudem hatten sie verschiedene kontaktlose Spiele vorbereitet, die sie anleiteten. Nach Einschätzung von Thomas Pfaffinger bewältigten sie dies mit Bravour. Die Jungen und Mädchen stellten unter Beweis, „dass sie das Gelernte praktisch super umsetzen können und fit für ihre Tätigkeit sind.“

Starthelfer im Schuljahr 2020/21

Die Fotos zeigen jeweils die Starthelfer-Gruppen mit Sozialpädagogen Thomas Pfaffinger (Fotografin: Daniela Russer)

Chiara Fischer und Lea Krauß wurden nach vier Jahren Tätigkeit als Streitschlichter an der Stephani-Mittelschule aus ihrem Dienst entlassen. Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger von der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen lobte im Rahmen einer kleinen Abschiedsfeier die beiden Zehntklässlerinnen für langjähriges Engagement. Dabei zitierte er aus deren damaligen Bewerbungen: „ … wenn es schon keinen Frieden auf der Welt gibt, dann wenigstens auf unserer Schule“. Bei diesem Satz huschte ein Lächeln über die Schreiberin, die diesen als Wunsch verfasst hatte, als sie in der 6. Klasse war. Der Weltfrieden ist leider auch heute noch in weiter Ferne, aber die beiden Konfliktlotsinnen konnten tatsächlich eine Menge dazu beitragen, dass ihre Schule gewaltfreier wurde. Für ihr Engagement wurden die beiden mit einem Gutschein für ein Eis essen  gewürdigt. Gemeinsam mit ihren Streitschlichter-Kollegen verbrachten sie daraufhin noch einen gemütlichen und schönen Tag rund um den Altmühlsee. Die Jungen und Mädchen spielten eine Partie Minigolf in Schlungenhof und machten sich dann auf einen Spaziergang zum Erlebnisspielplatz in Wald. Dort erwarteten die Teilnehmer leckere Pizzen, die sie sich gemeinsam schmecken ließen. Daniela Russer vom Jugendzentrum und Jugendmigrationsdienst Gunzenhausen unterstützte die Durchführung der Abschluss-Aktion.

Verabscchiedung der Streitschlichter

Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger verabschiedete Chiara Fischer (links) und Lea Krauß (rechts) aus ihrem Dienst als Streitschlichter (Foto: Daniela Russer)

Die Corona-bedingte Sondersituation stellt die gesamte Schulfamilie vor neue und große Herausforderungen. Wir alle verfolgen mit großem Engagement das Ziel, die Schülerinnen und Schüler auch in dieser Zeit bestmöglich pädagogisch zu begleiten. Um die Unterrichtsbeeinträchtigungen abzufangen, können und sollen auch digitale Werkzeuge herangezogen werden, um ortsunabhängig kommunizieren, lernen und arbeiten zu können. Hierfür bietet die Stephani-Mittelschule allen Schülerinnen und Schüler auf freiwilliger Basis den temporären Einsatz von Microsoft Teams for Education an. Der Einsatz von Teams ist auf den Zeitraum der durch die COVID-19-bedingten Unterrichtsbeeinträchtigungen begrenzt, kann und soll aber ggf. im Anschluss daran verlängert werden.

Microsoft Teams for Education

Das System bietet Möglichkeiten zur Intensivierung des Kontakts innerhalb der Schulfamilie und eine noch differenzierte Begleitung des „Lernens zuhause“, insbesondere durch

- Gruppen- und 1:1 - Kommunikation mittels Chat, Telefon- und Videokonferenz,
- Kommunikation via E-Mail unter den Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern,
- Bereitstellung von Dateien in Kursräumen,
- gemeinsame, gleichzeitige Bearbeitung von Dokumenten,
- Nutzung von Office-Programmen sowie
- Stellung und Bearbeitung von (Online-)Aufgaben mit Feedbackfunktionen.

Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht uns Kultus stellt allen weiterführenden Schulen diese Möglichkeit begrenzt für die Zeit von Corona zur Verfügung. Unsere Schule geht hier einen Sonderweg und nimmt die Bereitsstellung über die Firma SBE network solutions GmbH, die bereits als Dienstleister für unser schulinternes Netzwerk arbeitet, vor. Dies hat den Vorteil, dass Microsoft Teams for Education von uns bei Bedarf auch nach der Zeit Corona-bedingte Sondersituation weiter genutzt weren kann.

Ein herzlicher Dank an die Stadt Gunzenhausen als Sachaufwandsträger, der unsere Schule und auch die beiden Grundschulen in diesem Bereich besonders unterstützt.

„Bitte haltet Abstand!“, „Setzt bitte die Masken richtig auf!“ – Sätze, wie diese, gehören derzeit zum täglichen Repertoire von Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger. Seit die ersten Schüler wieder an der Stephani-Mittelschule im sogenannten Präsenzunterricht sind, gilt es das Hygienekonzept umzusetzen. Eine Herausforderung für alle Beteiligten, denn nicht alle Jugendlichen hätten den Ernst der Lage im nötigen Ausmaß erkannt und immer wieder müssten sie auf die nun geltenden Regeln und Einschränkungen hingewiesen werden. „Schule war immer ein Ort der Begegnung, des Miteinanders“, schildert Pfaffinger. Nun müssen ebendiese sozialen Kontakte aufgrund der Corona-Pandemie auf ein Minimum zurückgefahren werden. Deshalb sind vor Ort an der Schule neue Wege und Methoden auch in der Jugendsozialarbeit gefordert.

Noch vor zwei Monaten war das Büro des Sozialpädagogen ein zentraler Anlaufpunkt für die jungen Menschen im Schulalltag. Derzeit finden hier aufgrund der beengten Größe keine Gespräche statt. Bei Bedarf wird auf ein Klassenzimmer ausgewichen, da hier der nötige Abstand gewährleistet ist. Die Erfahrungen der ersten Wochen zeigen aber vielmehr, dass das Gesprächsangebot in Form von Spaziergängen rege genutzt wird. Vor allem nachmittags ist der Jugendsozialarbeiter nun mit den Teenagern im Freien unterwegs, was auch viele Vorteile mit sich bringt: „Die Jugendlichen haben nach den langen Corona-Wochen einen enormen Redebedarf. Die Unterhaltungen beim Spazierengehen sind sehr tiefgehend. Es gibt keine Störungen beim Reden.“ Zudem können gemeinsam besondere Ecken Gunzenhausens entdeckt und erkundet werden. „Inzwischen dürfte ich schon ein paar Mal den Altmühlsee umrundet haben“, erzählt Pfaffinger schmunzelnd. Den Jungen und Mädchen tut es sichtlich gut, sich die Belastungen und Erlebnisse der vergangenen Monate von der Seele zu reden. Der Stillstand hat alle gelähmt, „nun ist umso wichtiger, auch wieder hoffnungsvoll nach vorne zu blicken und Pläne zu schmieden.“ Schließlich stehen Abschlussprüfungen und dann die Aufnahme von Ausbildungen vor der Türe.

Durch gezielte Posts und Veröffentlichungen von Nachrichten in den Sozialen Medien wie WhatsApp und Instagram hat der Jugendsozialarbeiter die jungen Menschen über die Corona-Entwicklungen auf dem Laufenden gehalten. Oftmals ist es nötig, die Beschränkungen und gesetzlichen Bestimmungen den Jugendlichen zu erklären. „Selbst wir Erwachsenen verlieren hier ja aktuell rasch den Durchblick“, macht Pfaffinger deutlich. Besondere Wege waren zudem bei der Betreuung der Schüler der Deutsch-Klasse nötig: Den Jungen und Mädchen wurde ein Paket mit Schulmaterialien persönlich an die Haustüre gebracht. Ganz viel Kontakt läuft insgesamt über WhatsApp oder Snapchat. „Für die jungen Menschen ist die Online-Kommunikation sowieso Alltag, die mussten sich hier gar nicht groß umstellen.“

Veranstaltungen wie das beliebte Street Soccer-Turnier oder die Lernwoche „Learn 4 Fun“ wurden nun leider aufgrund der Verordnungen abgesagt. Umso mehr ist aktuell Kreativität und Flexibilität gefordert: Zusammen mit seinen Kollegen der Diakonie-Jugendarbeit ist Pfaffinger im regen Austausch und arbeitet an Aktionen wie Online-Fotowettbewerben. Auch die Bewerbungen für die Dienste der Streitschlichter oder Starthelfer (Tutoren) sind auf den Online-Modus umgeschaltet.

Jede neue Woche ist derzeit eine besondere Herausforderung: Nach den Schülern der Abschlussklassen sind seit dieser Woche die Achtklässler vor Ort. Thomas Pfaffinger ist deshalb bereits vor Unterrichtsbeginn in der Aula der Schule präsent und begrüßt die Schüler mit Maske und Sicherheitsabstand. „Die Schüler müssen nach über zwei Monaten erstmals wieder an ihrer Schule ankommen können. Ängste und Unsicherheiten sind vor allem am ersten Schultag bei allen deutlich spürbar.“ In den vergangenen Tagen wird zunehmend die Notbetreuung unter Mitwirkung des Sozialpädagogen an der Schule ausgebaut. Das Telefon im Büro klingelt immer öfters, die Situationen in vielen Familien sind nach der langen Zeit der Ausgangsbeschränkungen doch äußerst angespannt. Zeitnahe Lösungen und Hilfestellungen müssen deshalb geschaffen werden. „Hier kann ich auf ein gutes Netzwerk aus Eltern- und Jugendberatung, dem Jugendamt aber auch Streetwork und dem Jugendmigrationsdienst zurückgreifen.“

„Auch wenn die ersten Schüler nun wieder da und wir hier gefordert sind, dürfen wir die weiterhin Zuhause-Bleibenden nicht vergessen“, ist dem Diakonie-Mitarbeiter abschließend wichtig. Die Sechst- und Siebtklässler kommen ja voraussichtlich erst nach den Pfingstferien wieder, sie waren dann drei Monate zu Hause. Eingehende Nachrichten auf dem Smartphone des Sozialpädagogen wie „Wann darf ich denn endlich wieder in die Schule?“ sind daher keine Seltenheit.

„Grüße aus Deiner Stephani-Schule“ bekamen die Schüler der Deutsch-Klasse nun überreicht. Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger und Daniela Russer, die im Jugendmigrationsdienst Gunzenhausen tätig ist, waren unterwegs, um die Jungen und Mädchen aufzusuchen. Die beiden hatten Pakete mit Schul-Material dabei.  „Nicht jeder verfügt zu Hause über die Möglichkeit, auf das Internet zu zugreifen oder nötige Blätter auszudrucken“, machen die Fachkräfte deutlich. In dem Paket waren neben verschiedenen Arbeitsblättern auch Briefe von Lehrkräften und Kontaktmöglichkeiten zu den Ansprechpersonen. Zudem erhielten die Schüler ein kleines Gewinnspiel, das sie ausgefüllt und mit dem richtigen Lösungswort in die gelbe Abgabe-Tonne an der Schule einwerfen können. Als Lohn wird ein kleines Süßigkeiten-Paket verlost.

Auslieferung von Unterrichtsmaterial

Den Diakonie-Mitarbeitern war es wichtig, die Schüler in Zeiten der Ausgangsbeschränkung auch wieder persönlich zu sehen. Die Haustür-Besuche fanden natürlich mit Gesichtsmasken und dem nötigen Abstand statt. Die meisten der Schüler freuten sich sichtlich über den überraschenden Besuch – so mancher öffnete gar im Schlafanzug die Türe. Viele schilderten den Sozialpädagogen, dass sie eigentlich vor allem zu Hause sind und lediglich für Spaziergänge nach draußen gehen. „Ganz viele erzählten uns, dass sie sich deshalb wieder richtig auf die Schule freuen – vor allem darauf, Klassenkameraden und Freunde wiederzusehen“, wissen die Sozialpädagogen zu berichten.

Die übrigen Schüler im sogenannten "Homeschooling" (Lernen zuhause) erhalten ihr Unterrichtsmaterial größenteils über die schuleigene Cloud-Lösung, teilweise aber auch per E-Mail.

Am Montag, den 9. März 2020, fand in den Räumen der Stadtbibliothek Weißenburg der Vorlesewettbewerb der 6. Klassen der Mittelschulen (auf Kreisebene) statt. Es traten die jeweiligen Vorlese-Sieger/innen der 6. Klassen aus dem Landkreis Weißenburg Gunzenhausen an. Die Stephani-Mittelschule wurde schließlich mehr als erfolgreich von Florian Fritsch und dessen Präsentationsteam (Teodora M., Khayala A.) repräsentiert.

Zunächst wurden die Vorlese-Sieger, deren Mitschüler/innen, Lehrkräfte, Erziehungsberechtigte und die vierköpfige Jury herzlichst von Frau Dipl.-Bibl. Paprotny und ihrem Team der Stadtbibliothek begrüßt.

In der ersten Runde stellten die fünf angetretenen Schulen zunächst den Inhalt des jeweiligen Buches vor. Hierzu führten die Präsentationsteams nacheinander einen kurzen Sketch auf, erläuterten ein gestaltetes Plakat oder spielten eine Szene aus dem Buch nach. Jedes Team überzeugte auf seine Weise mit großem Einfallsreichtum und überragendem Engagement. Unmittelbar im Anschluss las jede/r Vorlesesieger/in knapp drei Minuten einen Ausschnitt aus dem Buch ihrer/seiner Wahl vor. Hierbei kam es auf die Lesetechnik, die leserliche Interpretation und die Textstellenauswahl an.

Während einer kurzen Verschnaufpause wurden die Anwesenden von Seiten der Organisatoren bestens verpflegt.

Gestärkt ging es in die nächste Runde des Wettbewerbs. In einem zweiten Durchlauf las jede/r Teilnehmer/in einen Fremdtext vor. Die Wahl fiel hierbei auf den Atlas Obscura, ein durchaus anspruchsvolles wie auch interessantes Schriftwerk.

Am Ende entschied sich die Jury – bestehend aus einer Erzieherin, einer Auszubildenden der Bibliothek, der Inhaberin der Buchhandlung Stoll sowie einem ehem. Mittelschullehrer – für einen Sieger des Vorlesewettbewerbs:

Florian Fritsch aus der Klasse 6b konnte mit seinen Lesefähig- und Fertigkeiten überzeugen. Frau Paprotny überreichte dem sichtlich stolzen Gewinner den Siegerpokal, eine Urkunde und einen Gutschein für einen Tag im Weißenburger Stadtwald samt Planwagenfahrt und Begleitung durch einen Förster. Aber auch die Leistungen der Zweit- und Drittplatzierten wurden entsprechend gewürdigt.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an Frau Eggmayer und Frau Nahrstedt vom offenen Ganztag der Stephani-Mittelschule, die Florian und sein Präsentationsteam über Wochen bei den Vorbereitungen tatkräftig unterstützt haben.

Martina Hausladen, Klassenleiterin der 6b
Ina Weihrauch, Klassenleiterin der 5c

Gut 400 Schüler aus Gunzenhausen und Umgebung erfuhren einiges über die Schattenseiten des Rauchens: In den Räumen der Streetwork-Anlaufstelle der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen hatte die Wanderausstellung „krass – Was Du über Rauchen vielleicht noch nicht wusstest“ ihren Platz gefunden und brachte den jungen Menschen einiges an Hintergrundwissen über Zigaretten sowie Shishas näher. Streetworkerin Joana Sämann und Svenja Memet, Präventionsfachkraft der Suchtberatung, zeichneten sich für die Initiierung des Präventionsangebotes verantwortlich, bei der Durchführung erhielten sie Unterstützung von zahlreichen Kollegen der Jugendhilfe.

„In Deutschland greifen viele Jugendliche schon vor dem 15. Geburtstag das erste Mal zur Zigarette“, schildert Svenja Memet die Hintergründe des Projektes. „Rund zwei Drittel der Rauchenden zwischen 12 und 25 Jahren möchten eigentlich damit aufhören.“ Grund genug, dass sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Joana Sämann das Thema aufgriff und die von der Stadt Nürnberg vertriebene Ausstellung „krass“ nach Gunzenhausen ins Postgässchen holte. „Wir wollten den Jugendlichen Infos über die Wirkungen von Tabak an die Hand geben“, ergänzt Sämann. „Dann können sie sich mit dem Hintergrundwissen besser selbst entscheiden – und greifen vielleicht erst gar nicht zur Zigarette.“ Je früher geraucht wird, desto gravierender sind schließlich die Folgen.

Die beiden Sozialpädagoginnen konnten schließlich zwischen dem 4. und dem 14. Februar 2020 Teilnehmer aus der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen, Mittelschule Gräfensteinberg-Haundorf, Wirtschaftsschule Gunzenhausen, Altmühlfanken-Schule Weißenburg-Gunzenhausen, Jugendwerkstatt Langenaltheim sowie vom Simon-Marius-Gymansium Gunzenhausen im „Streetwork“ willkommen heißen. Die geführten Ausstellungen wurden jeweils von drei Fachkräften angeleitet. „Die Kleingruppen ermöglichten ein Eingehen auf individuelle Fragen und boten einen geschützten Rahmen für einen offenen Austausch“, berichten Sämann und Memet.

An der ersten Station stand die Auseinandersetzung mit den Inhaltsstoffen der Glimmstängel an. Wer weiß schon, dass diese über 4000 chemische Stoffe enthalten, von denen 200 gesundheitsschädlich und letztlich 70 krebserregend sind? Plastisch wurde den jungen Menschen vor Augen geführt, dass sich die Inhaltsstoffe eigentlich in Putzmitteln, Motorölen oder Nagellackentfernern wiederfinden. Bilder einer durch langjähriges Rauchen geschwärzten Lunge machten mögliche Auswirkungen deutlich. Ausführlich thematisiert wurde, welche Beweggründe es gibt, dass doch weiterhin so viele Menschen mit dem Rauchen beginnen. „Cool sein und dazu gehören“, benannten die Jugendlichen hier. Zudem wurde auf eine typische Raucher-Karriere eingegangen. Darauf aufbauend setzten sich die Teenager damit auseinander, welche Möglichkeiten es gibt, wieder mit dem Rauchen aufzuhören: „Die Schlusspunkt-Methode hat sich als am effektivsten erwiesen“, untermauert Sämann.

An der nächsten Station, die mit verschiedenen Plakaten die Aufmerksamkeit auf sich lenkt, wurde die Geschichte des Tabaks aufgezeigt. Ein Kreuzworträtsel animierte die Schüler sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen und den Fragen nachzugehen, was Rauchen mit Kinderarbeit zu tun hat oder warum Rauchen den Tropenwald zerstört. Eindrücklich zeigte eine praktische Übung, wie sich Rauchen auf die Funktion der Lunge auswirken kann: Beim Lungenvolumentest wird eine Kerze in einem Meter Entfernung aufgestellt. Es gilt, diese nun auszupusten. Schafft man dies nicht, deutet es darauf hin, dass die Lunge zu wenig Volumen hat – ein möglicher Hinweis auf zu viel Rauchen.

Besonders beliebt ist bei jungen Menschen derzeit das Rauchen von Shishas. Fast jeder fünfte Schüler hat hier schon Erfahrungen gemacht.  Mit dem Phänomen der Wasserpfeifen setzte sich deshalb die letzte Station auseinander. Zuvörderst wurde auf die geltenden Jugendschutzregeln eingegangen, schließlich ist der Konsum von Tabakwaren unter 18 Jahren eigentlich verboten. Dennoch finden viele junge Menschen Mittel und Wege, um zur Zigarette greifen oder Shisha rauchen zu können. Anhand einer Shisha wurde deren Funktionsweise erklärt und auf die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen eingegangen. Auch die den Tabak ersetzenden Liquide und Steine sind hinsichtlich ihrer Wirkungen alles andere als unbedenklich.

„Die vielfältigen Nachfragen während der Durchführungen machten deutlich, wie groß das Interesse an dem Thema ist“, fassen die Initiatoren abschließend zusammen. „Oft herrscht beim Rauchen ein gefährliches Halbwissen vor, das durch die Ausstellung erfolgreich angegangen werden konnte“. Der Dank der beiden gilt ihren Kollegen aus der Jugendhilfe, deren Unterstützung das Präventions-angebot erst möglich machte: Silvia Loy, Janette Bauer und Veronika Schmidtpeter (Jugendsozialarbeit an der Grundschule Gunzenhausen und Weißenburg sowie der Altmühlfranken-Schule), Thomas Pfaffinger (Jugendsozialarbeit an der Stephani-Mittelschule), Florian Jungwirth (Jugendzentrum Gunzenhausen), Lisa Knorr (Schulsozialpädagogik), Bettina Grundmann (Berufseinstiegsbegleitung), Annika Buckel (Praktikantin), Kerstin Eberle (Jugendwerkstatt Langenaltheim), Stephanie Gögglere und Patricia Wöbken (Eltern- und Jugendberatung) sowie Helga Guth (Kinder- und Jugendhilfe Bezzelhaus) führten die Klassen erfolgreich durch die „krass“-Ausstellung.

Es ist Samstag-Vormittag. Zwanzig Jugendliche sitzen zusammen und beschäftigen sich in Workshops mit Pornografie, brutaler Sprache und Schönheitsidealen. Nachmittags geht es auf eine Teamchallenge, hier beweisen die Teenager, wie gut sie zusammen arbeiten können. Die Teenager kommen aus Weißenburg und Gunzenhausen und sind dort an ihren Schulen – der Stephani-Mittelschule sowie der Altmühlfranken-Schule – als Streitschlichter tätig. Einmal im Jahr geht es für die Gruppe auf ein mehrtägiges Seminar-Wochenende, das unter Leitung der Jugendsozialarbeiter Veronika Schmidtpeter (Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen) und Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen) stattfindet. Unterstützend brachten sich heuer Studentin Daniela Russer sowie Schulbegleiterin Doris Lechner mit ein. Finanziell möglich wurde die Bildungsmaßnahme durch Zuwendungen der Sankt Gumbertus-Stiftung Ansbach sowie der Fördervereine der beiden Schulen.

Streitschlichter 2020 a

Die drei Tage im Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum stehen dieses Mal unter dem Thema „Grenzenlose Freiheit?!“. Am ersten Tag nähern sich die Jugendlichen dem doch abstrakten Begriff „Freiheit“ in einer Kleingruppenarbeit an: Was ist für mich Freiheit? Wodurch bzw. durch wen wird diese eingeschränkt? Anhand verschiedener Rollenspiele sind die Jungen und Mädchen dazu aufgefordert, die Erkenntnisse ihren Streitschlichter-Kollegen aufzuzeigen. „Uns ist es wichtig, mit den Schülern über eigene Erfahrungen und Erlebnisse ins Gespräch zu kommen. Freiheit verknüpft ein jeder mit anderen Gefühlen“, macht Veronika Schmidtpeter deutlich. Die Situationen sind deshalb an den Lebenswelten der jungen Menschen angelehnt. „Dadurch können sich diese rasch damit identifizieren.“ Anhand der erlebnispädagogischen Aktion „Katastrophen-Spiel“ erfahren die Teilnehmer schließlich, wie es sich anfühlt, in der persönlichen Freiheit eingeschränkt zu sein.

Damit die Gruppe im Lauf der Tage zusammenwachsen kann, stehen viele Elemente zur Förderung des „Wir-Gefühls“ auf dem Programm, unter anderem gibt es das „Buddy-System“: Jedem wird eine Person der Gruppe zugeordnet, um den es sich gilt, über das gesamte Wochenende in besonderer Form zu kümmern. Die vollbrachten guten Taten kann ein jeder in einer extra angefertigten „Karma-Karte“ festhalten. Möglichst viel gutes Karma – also positive Ausstrahlung – soll gesammelt werden. All dies schlägt sich tatsächlich in einer besonders tollen, von Wertschätzung und Respekt geprägten Stimmung nieder. Gemeinschaftsstiftende Aktionen wie Kegeln, Angebote  in der Turnhalle oder Brett- und Kartenspiele  fördern das soziale Miteinander weiter. „Alle Smartphones sind tagsüber weg gesperrt“, schildert Thomas Pfaffinger. Anfangs murren doch einige der Schüler, im Verlauf des Seminars fallen dann aber Sätze wie „Ich will mein Handy gar nicht zurück, ich will lieber nochmal in die Halle zum Fußball spielen“.

Streitschlichter 2020 b

Besonders nachhaltig gestalten sich schließlich die Workshops am Samstag-Vormittag. „Die Themen „Pornografie“, „Schönheitsideale“ und „Brutale Sprache“ kommen direkt aus dem Alltag der Jugendlichen. Damit sind diese nahezu jeden Tag konfrontiert“, machen Pfaffinger und Schmidtpeter deutlich. Doch in diesen Bereichen werden auch schnell die Grenzen von Freiheit deutlich. Songtexte aus teils frauenverachtenden und sexistischen Rap-Songs werden analysiert, soziale Medien wie Instagram oder Snapchat kritisch hinsichtlich der dort veröffentlichten Bilder unter die Lupe genommen und offene Gespräche über Pornos geführt. „Den ersten Kontakt mit Pornos im Internet machen Kinder häufig schon im Grundschulalter“, weiß Schmidtpeter.

Der Samstagnachmittag steht schließlich ganz im Zeichen des Teamworks: Bei einer Teamchallenge stellen sich die Heranwachsenden verschiedenen Aufgaben, beweisen ihre Geschicklichkeit in einem Niedrigseilgarten und sollen als Herausforderung eine Bretterwand überwinden. Dies ist für alle besonders eindrucksvoll, die Aufgabe gelingt tatsächlich nur mit vereinten Kräften. Am Ende der doch auch fordernden Aktionen sind die Teenager sichtlich stolz. „Ebensolche Erfolgserlebnisse tun enorm gut“, freuen sich Schmidtpeter und Pfaffinger, die beide bereits seit zehn Jahren an ihren Schulen tätig sind.

Seinen Abschluss findet das Seminar-Wochenende am Sonntag. Die Ergebnisse aus den Workshops werden anhand von Plakaten nochmals aufgezeigt und zusammengefasst. Zudem bringen die Teilnehmer das Erarbeitete in Bezug zu ihrer Tätigkeit als Konfliktlotsen.  Bei der abschließenden Reflexionsrunde fassen die Jungen und Mädchen zusammen, was für sie für sich aus den vergangenen Tagen mitnehmen: „Gemeinschaft“, „Spaß“, „Freunde“ und „Zusammenhalt“ sind die Worte, die hier am häufigsten fallen.

Die Streitschlichter aus Weißenburg und Gunzenhausen trafen sich an der Stephani-Mittelschule zu einer gemeinsamen Weihnachts- und Jahresabschlussfeier. Neben WarmUp-Spielen zum „Wieder-Kennenlernen“ fand eine „Weihnachts-Arena“ statt. Bei der Spielaktion, die Praktikantin Daniela Russer vorbereitet hatte, traten die Konfliktlotsen in Teams in verschiedenen Disziplinen gegeneinander an. Hierdurch wurde die Kooperationsfähigkeit der Schüler nochmals gefördert. Des Weiteren gab es zum gemütlichen Beisammensein Waffeln, Punsch und kleine Geschenke.

Weihnachts- und Jahresabschlussfeier der Streitschlichter

An ihren Schulen tragen die Jungen und Mädchen während des Jahres zu einer gewaltfreien Atmosphäre bei, sie helfen ihren Altersgenossen bei der Lösungssuche bei auftretenden Streitigkeiten. Die Kooperation zwischen Mittelschule und Altmühlfranken-Schule hat sich vielfach bewährt, zeigen sich die verantwortlichen Jugendsozialarbeiter Veronika Schmidtpeter, Carola Schmidt und Thomas Pfaffinger überzeugt. Die Ausbildung und Begleitung der Streitschlichter an den beiden Schulstandorten läuft in Form regelmäßiger Treffen. Darüber hinaus sehen sich die Jungen und Mädchen bei einem mehrtägigen Seminar-Wochenende, einer Abschluss-Aktion am Ende des Schuljahres sowie der nun stattgefundenen Weihnachtsfeier.

Nach einer Auffrischung der Kontakte wurden die Jugendlichen in mehrere Teams eingeteilt. Daniela Russer, die derzeit ihr Praktikum bei Diakonie-Mitarbeiter Thomas Pfaffinger absolviert, nahm sie schließlich mit in eine „Weihnachts-Arena“. Hier erwarteten die Schüler verschiedene kleine Spielaktionen: Weihnachtslieder erraten, ein X-Mas-Quiz, Lebkuchen-Wettessen und einen Kerzenausblas-Wettbewerb  mussten die Teilnehmer möglichst erfolgreich meistern. Diese Spiele garantierten viel Spannung und Spaß. Am Ende durfte sich ein Team über den Gewinn freuen – die Jugendlichen bekommen beim Seminar-Wochenende Anfang Februar 2020 eine Party-Pizza von den Jugendsozialarbeitern spendiert. Als Abschluss gab es für alle Streitschlichter noch kleine Geschenke. „Wir sind froh, dass wir euch bei uns an den Schulen haben! Danke für Euren Dienst“, gaben die Sozialpädagogen ihren Schützlingen noch mit auf den Weg in die verdienten Weihnachtsferien.

Sozialpädagogin Irene Rottler-Steiner von der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA) durfte sich für die Aktion Wunschbaum der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen über eine Spende in Höhe von 120 € freuen. Die Schülermitverantwortung (SMV) der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen hatte einen Weihnachtsverkauf organisiert, bei dem die Schüler Waffeln sowie Plätzchen erwerben und lustige Bilder an einer Fotobox machen konnten. Die Einnahmen aus dem Verkauf wollten die jungen Menschen einem guten Zweck zukommen lassen. Die Mitglieder der SMV überreichten nun ihre Spende und freuten sich, dass Irene Rottler-Steiner ihnen einige Einblicke und interessante Hintergründe in die Aktion Wunschbaum gab. Sie erfuhren, dass augenscheinlich kleine Wünsche wie Turnschuhe für den Sportunterricht oder ein Weihnachtsessen für leuchtende Kinderaugen sorgen. Rottler-Steiner bedankte sich bei den engagierten Schüler sowie Lehrerin Dunja Grünbaum und Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger. Für das nächste Jahr wurden bereits erste Ideen für eine noch intensivere Zusammenarbeit ausgetauscht.

Spendenübergabe

Leckerer Waffel- und Plätzchenduft lag in der Luft der Aula der Stephani-Mittelschule. Lange Schlangen  aus Schülern hatten sich in der 1. Pause gebildet, ein jeder wollte weihnachtliche Leckereien erwerben. Zudem gab es eine Fotobox, an der die Kinder und Jugendlichen mit Requisiten verkleidet lustige Bilder von sich machen konnten. Hintergrund war die diesjährige Weihnachts-Aktion der Schülermitverantwortung (SMV) der Schule. Die in dieser Arbeitsgemeinschaft tätigen Jungen und Mädchen organisierten den Verkauf und bewiesen soziales Engagement: Ein Großteil der Einnahmen wird für die Aktion Wunschbaum der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen gespendet.

Waffelverkauf

Im Vorfeld galt es für die Teenager, gemeinsam eine Menge zu planen. Als Erstes mussten Anschaffungen wie ein Selfie-Drucker finanziert werden: Zuwendungen durch den Förderverein der Stephani-Schule sowie die St. Gumbertus-Stiftung Ansbach machten den Aktionstag möglich. Neben den Einkäufen war es schließlich nötig, den Waffelteig vorzubereiten sowie die Plätzchen zu backen. Schokocrossies und Butterplätzchen wurden im Fach-Unterricht Soziales unter Anleitung der Lehrerinnen Doris Weiß-Hoffmann und Annemarie Meier zubereitet und in kleinen Geschenktüten ansprechend verpackt. Zudem richteten die Schüler schier riesige Mengen Waffelteig an. Schließlich musste der Hunger der beinahe 400 Mittelschüler gestillt werden, wobei sich auch manch ein Grundschüler eine leckere Waffel für die Pause gönnte. Außerdem finden wohl einige der Plätzchen-Tüten ihren Platz unter dem Weihnachtsbaum als Geschenk für die Eltern. Kinderpunsch und Tee standen außerdem bereit, um den Durst zu stillen

Foto-Box

Witzige Weihnachtsfotos für alle gab es schließlich an der Fotobox. Mit verschiedenen Verkleidungen wie Stirnbändern, Brillen oder Sprechblasen brachten sich die jungen Menschen in die passende Weihnachtsstimmung. Die geschossenen Bilder wurden sogleich ausgedruckt und konnten mitgenommen werden. Lehrerin Dunja Grünbaum und Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger (Diakonie) waren letztlich voll des Lobes für ihre Schützlinge: „Wieder eine schöne Aktion unserer SMV – mit einem positiven Effekt für andere.“ Schon vorab hatten sich die Mittelschüler entschieden, die Einnahmen an einen sozialen Zweck weiterzugeben. Als Empfänger wurde die Aktion Wunschbaum der Diakonie ausgewählt.

Vorleseaktion

In den vergangenen Wochen engagierten sich die Schüler, die vorwiegend aus den siebten bis zehnten Klassen kommen, darüber hinaus mit einer Vorlese-Aktion für die Grundschüler. In der Stephani-Halle hatten sie verschiedene Stationen mit Bewegungsgeschichten vorbereitet. Die Grundschüler der 1. und 2. Klassen zeigten sich begeistert von der Mitmach-Aktion und es ging gemeinsam mit den älteren Schülern auf eine Reise ins Land der Indianer oder auf eine abenteuerliche Schatzsuche.

Die Schüler der Deutschklasse der Stephani-Mittelschule erlebten einen ganz besonderen Nachmittagsunterricht: Initiiert von Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger ging es für die 14 Schüler nach Merkendorf zum Zuchtbetrieb von Anne Rück. Dort erwarteten die Jungen und Mädchen Huacaya Alpakas. Zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Stefanie Hartl fand schließlich eine Alpaka-Wanderung über Feldwege, Wald und Wiese  statt – für Schüler wie Begleitpersonen ein ganz besonderes tierisches Erlebnis.

Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger ist seit über zehn Jahren als Mitarbeiter der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen an der Stephani-Schule als Jugendsozialarbeiter tätig. Seit September hat er nun darüber hinaus die sozialpädagogische Begleitung der Deutschklasse übernommen. Deutschklassen (ehemals als Übergangsklassen bezeichnet) werden für Schülerinnen und Schüler angeboten, die als Quereinsteiger in das bayerische Schulsystem eintreten und nur wenige oder gar keine Deutschkenntnisse haben. Die Deutschklasse läuft seit diesem Schuljahr zudem im Ganztagesbetrieb. Hier bringt sich Pfaffinger mit ein, übernimmt Einzelfälle, unterstützt Klassenlehrerin Stefanie Hartl und organisiert verschiedene Aktivitäten. Eine ebensolche fand in Form der Alpaka-Wanderung statt. Hieran nahmen auch Leo Schott und Luke Fischer, Schüler aus der neunten Jahrgangsstufe, teil. Die beiden setzen sich für Integration an ihrer Schule ein und machen beispielsweise ehrenamtlich beim Sport-Unterricht am Donnerstag-Nachmittag mit. „Dadurch entstehen Kontakte, die es den Schülern der D-Klasse erleichtern, sich gut zurecht zu finden und hier anzukommen“, freuen sich Pfaffinger und Hartl. Die beiden sind davon überzeugt, „dass Integration in der Schule nur im Miteinander gelingen kann.“ Mit von der Partie bei der Wanderung war Sozialpädagogin Joana Sämann, die bei der Diakonie seit kurzem für den Jugendmigrationsdienst zuständig ist.

In gelöster Stimmung fand schließlich die Wanderung mit den Vierbeinern statt. Dabei gewannen die Alpakas mit ihrem originellen Aussehen sowie ihrem Charme rasch die Herzen der Schüler. Diese waren immer zu zweit für ein Tier verantwortlich und führten es im Wechsel. Nach einem Fußweg gab es eine kurze Rast, die letztlich ausgiebig dazu genutzt wurde, Selfies mit den Alpakas zu machen. Während dessen erfuhren die jungen Menschen von Züchterin Anne Rück einiges über die Herkunft, das Leben sowie die Besonderheiten der Alpakas. Nach der Wanderung ging es noch in den Stall, in dem unter anderem ein kleines Alpaka-Fohlen derzeit aufwächst. Manch einer der Schüler wollte sich hier gar nicht mehr von „seinem“ Alpaka trennen. Wieder einmal bewahrheitete sich die schmunzelnd von Anne Rück angebrachte Warnung: „Schau einem Alpaka nicht zu tief in die Augen, du könntest dich verlieben!“

Alpaka-WanderungDas Foto zeigt die gesamte Gruppe während der Wanderung

Die St. Gumbertus-Stiftung Ansbach bringt sich als Unterstützer dreier Projekte an der Stephani-Mittelschule ein. Die Stiftung fördert ehrenamtliches soziales Engagement. Entsprechend hat sich Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger an den Stiftungsrat gewandt und um Förderung folgender Projekte gebeten: das Tutorenprojekt der Starthelfer, die Weihnachtsaktion der Schülermitverantwortung sowie das Seminar-Wochenende der Streitschlichter.

Die Stephani-Mittelschule darf sich nun über Zuwendungen in Höhe von insgesamt 1450,- € freuen. „An unserer Stephani-Schule können sich die Jungen und Mädchen auf vielfältige Weise aktiv und ehrenamtlich in das Schulleben miteinbringen“, macht Pfaffinger deutlich. „Ob als Tutor, Konfliktlotse oder als Mitglied der SMV – jeder kann seinen Beitrag für eine lebendige Schule leisten.“

Die Ansbacher St. Gumbertus-Stiftung für ehrenamtliches soziales Engagement wurde im Jahr 2007 gegründet. Zweck der Stiftung ist unter anderem die Unterstützung ehrenamtlichen kirchlichen, sozialen und gesellschaftlichen Engagements von Einrichtungen.

Das Bild zeigt die Mitglieder der Schülermitverantwortung, die sich über eine
Förderung in Höhe von 200,- € für ihre Weihnachtsaktion freuen darf.

Schüler sowie Eltern der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen bewiesen großes Herz: Für das Projekt „Weihnachtsaktion 2019 – Päckchen packen“ des Cafés Kleiderkiste konnten gut 100 Geschenke gesammelt werden. Die Schülermitverantwortung (SMV) der Schule hatte zuvor alle Klassen über die mögliche gute Tat informiert und schließlich die riesige Anzahl an Paketen eingesammelt. Nun werden die Jugendlichen die Kartons zum Verein ensohilft e.V. bringen. Von dort gehen diese schließlich weiter an bedürftige junge Menschen rund um Gunzenhausen und nach Osteuropa.

Ziel des Vereins ist es, Kindern zu helfen, denen es finanziell oder gesundheitlich nicht so gut geht. Durch ein Geschenk soll ihnen das Weihnachtsfest verschönert werden, sie erhalten einen Lichtblick im häufig tristen Alltag. „Wir freuen uns riesig über die große Resonanz, die wir auf unseren Aufruf erhalten haben“, zeigen sich Lehrerin Dunja Grünbaum sowie Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger (Diakonie) begeistert. Die beiden begleiten die SMV und unterstützen diese bei der Umsetzung ihrer Ideen. Die Schüler waren mit großem Engagement dabei, identifizierten sich rasch mit dem Projekt. Einige packten selbst einen Karton mit einem Kuscheltier, Puzzle, Kleidung oder auch Süßigkeiten. Für die restlichen Pakete sorgten dann die Eltern, die ebenso fleißig einpackten. „Wir wollten insbesondere in der Vorweihnachtszeit einmal nicht nur an uns selbst denken“, fasst Lea Schaller stellvertretend für ihre Mitschüler zusammen.

Damit das Projekt nicht in Vergessenheit geriet, wurden die Mittelschüler mehrmals per Durchsage durch die Mitglieder der SMV daran erinnert. Schließlich konnten die Jugendlichen mit Wägen ausgestattet die in den Klassenzimmern zwischengelagerten Päckchen einsammeln. „Dass es fast 100  werden, hatten wir dann doch alle nicht erwartet“, freuen sich die Organisatoren. „Etwas Gutes tun, tut einem selbst gut“, zogen sie schließlich ihr Fazit beim Blick auf die vielen weihnachtlich verzierten Kartons.

Mit einem lauten „Ruhe bitte“ verschafft sich der Regisseur Gehör. Die Schüler der Klasse 8b der Stephani-Mittelschule kommen dieser Anweisung nach, alle sind sogleich still, während nach einem „Kamera läuft“ der Dreh mit einem „Und bitte“ beginnt: Die Schüler spielen eine Szene auf dem Pausenhof. Zwei dunkelhäutige Jungen werden von Gleichaltrigen bloßgestellt, beleidigt und sogar verprügelt. Und das nur, weil sie eine andere Hautfarbe haben. Die Jugendlichen finden in ihnen ein Ventil für ihren Fremdenhass. Der Hintergrund dieser aufrüttelnden Szene ist folgender: Die Mittelschüler schlüpften im Rahmen des Projektes „Filmendes Klassenzimmer“ in die Rolle von Schauspielern, Statisten und nahmen Aufgaben an Kamera sowie Technik wahr. Gemeinsam mit zwei Klassen der Altmühlfranken-Schule konnten sie einen von den Jugendsozialarbeitern Carola Schmidt, Veronika Schmidtpeter (beide Landratsamt) und Thomas Pfaffinger (Diakonie) initiierten spannenden Tag in den Bavaria Filmstudios in München erleben.

In zuvor durchgeführten Unterrichtseinheiten zum Thema „Farbe bekennen! – Gegen Alltagsrassismus“ hatten sich die Jugendlichen mit den Menschenrechten, Diskriminierung und Rechtsextremismus intensiv auseinandergesetzt. (wir berichteten) Aus dem folgenden Wettbewerb – jede Klasse der 8. Jahrgangsstufe reichte ein kurzes Drehbuch zum Thema ein – ging schließlich die Klasse 8b der Stephani-Schule Gunzenhausen sowie die Klassen 7/8 der Altmühlfranken-Schule Weißenburg-Gunzenhausen als Sieger hervor. Mit ihren Klassenlehrern Claudia Walch sowie Ilona König und Martin Bosch machten sich mehr als 40 Schüler zusammen mit den Sozialpädagogen auf den Weg in die Filmstadt München. Dort wurden die Geschichten unter professioneller Anleitung zu den Filmen „Fremdenhass. Stopp“ und „Der Fußballaffe“.

Bevor es an den Dreh ging, musste jedoch das Drehbuch nochmals besprochen, manche Szene an die Örtlichkeiten angepasst und die Rollen verteilt werden. „Ein normaler Drehtag beim Film geht locker bis zu zehn Stunden“, machte der Regisseur deutlich. „So ein Drehtag ist richtig harte Arbeit.“ Dies wurde den Jungen und Mädchen rasch bewusst, obwohl sie für ihren Film nur gut drei Stunden am Set tätig waren. Für ihre Geschichte hatten sie darüber hinaus zwei Schlägereien ins Drehbuch geschrieben. Doch wie schlägert man sich eigentlich beim Film? Dies wurde sogleich mit dem Regisseur geübt – und zwar ganz ohne blaue Flecken, dafür aber mit umso mehr Körperbeherrschung und Konzentration. Anschließend ging es richtig los: Zwei der Schüler bezogen hinter der Kamera Stellung. Sie waren für die richtige Kameraeinstellung und den Ton zuständig. Nicht jede Szene saß auf Anhieb, vor allem die Dialoge waren eine große Herausforderung für die Nachwuchsschauspieler. „Es war richtig schwierig, ernst zu bleiben und nicht zu lachen“, berichtet einer der Achtklässler. Doch die Schüler bewiesen Durchhaltevermögen. Am Set herrschte durchwegs trotz winterlicher Temperaturen eine angenehm konzentrierte Atmosphäre, auch von mehrmaligen Szenenwiederholungen ließen sich die Jugendlichen nicht unterkriegen. Schließlich war die letzte Szene im Kasten, der Regisseur zufrieden und die Mittagspause mehr als verdient. Parallel zu den Mittelschülern drehten die Altmühlfranken-Schüler ihren Film. In diesem steht ein Fußballspiel im Mittelpunkt, bei dem ein ausländischer Junge erst ausgeschlossen wird, aber letztlich auf humorvoll dargestellte Weise einen Weg findet, doch mitzuspielen zu dürfen.

Anschließend erwartete die Teenager noch eine kurzweilige Führung durch Kulissen und Sets der Filmstadt sowie durch die Meilensteine der Filmgeschichte. Besonders viel Spaß machten den jungen Menschen hierbei die interaktiven Elemente, bei denen sie weitere Erfahrungen vor der Kamera sammeln konnten. Auch der Besuch des 4D-Kinos war natürlich ein Highlight. Doch der eigentliche Höhepunkt stand noch aus: Die Premiere der eigenen Filme. Diese wurden in der Zwischenzeit bearbeitet, geschnitten und mit Musik hinterlegt. Die Spannung war greifbar, als die Regisseure auf die „Play“-Taste drückten und die Filme auf die Leinwand projizierten. „Die Vorführung war ein richtiger Gänsehaut-Moment“, zeigen sich die Sozialpädagogen im Rückblick stolz auf das Erreichte. Auch die Schüler waren äußerst begeistert von ihren Werken, sie quittierten die Premieren jeweils mit großem Applaus.

Am Donnerstag, 1. November 2019 wurde nach längerer Bauphase der neu gestaltete Pausenhof sowie die Freisportanlage der Stephani-Schule in einer kleinen Feierstunde eingeweiht. Nach der Eröffnung durch einen „Rockigen Samba“ der Trommelgruppe der Klassen 5aG/6aG unter der Leitung von Cordula Salomon und dem Lied „Der Herbst ist da“ der Klasse 4cG unter der Leitung von Beate Peterreins begrüßte Karl-Heinz Fitz, Erster Bürgermeister der Stadt Gunzenhausen die anwesenden Gäste und gab Hintergrundinformationen zur Baumaßnahme.

Die beiden Schulleiterinnen Cornelia Klaus, Rektorin der Grundschule und Sandra Wißgott, Rektorin der Mittelschule bedankten sich ebenso beim Ersten Bürgermeister und dem anwesenden Stadtrat wie die erste Schülersprecherin Pelin Kayis.

Nach dem Lied „Zwei kleine Wölfe“ durch die Klasse 4cG erläuterte die Landschaftsarchitektin Lucia Ermisch die Baumaßnahme und überreichte der Schule Bälle und Malkreiden.

Anschließend bestand die Möglichkeit, sich das neu gestaltete Gelände anzusehen und sich am Buffet zu stärken. In dieser Zeit konnten die Schüler auch erstmalig die eingebrachten Spielgeräte nutzen.

Nochmals ein herzlicher Dank an die Stadt Gunzenhausen für die gelungene Neugestaltung!

Am 06.11. 2019 war die Firma GEKA aus Bechhofen bei uns zu Gast. Während ihrer kurzweiligen Präsentation stellten sie den Schülern der Jahrgangstufen 8 bis 10 kurz den geschichtlichen Wedergang ihrer Firma und ihre Produktpalette vor.

Als Pinselfabrik im Jahr 1925 durch Georg Karl gegründet, folgte die Herstellung von Kosmetik Applikatoren mit Fokus auf Mascara und Kunststoffverarbeitung. Dieser heutige Geschäftsbereich GEKA Beauty umfasst Verpackungssysteme und Applikatoren für Mascara, Lipgloss, Eyeliner, flüssige Lidschatten, Nagellack und -pflege sowie Fertigprodukte. 1971 wurde die Handelsdivision VICTORIA erworben, welche heute unter GEKA Accessories läuft. Unter diesem Geschäftsbereich werden diverse Handelsprodukte für den Beauty-Bereich vertrieben.

Im Jahr 2016 wurde GEKA vom Schweizer Industriekonzern Sulzer erworben und ist nun Teil deren vierter Division “Applicator Systems”. Das Unternehmen beschäftigt ca. 1000 Mitarbeiter. Geschäftsführer sind Stephan Schatz und Roland Blank.

Weiterhin wurden den Schülern die sechs unterschiedlichen Ausbildungsberufe (Fachinformatiker/in, Industriekaufmann/frau, Industriemechaniker/in, Technischer Produktdesigner/in, Verfahrensmechaniker/in, Werkzeugmechaniker/in) der Firma GEKA vorgestellt.

Ein Highlight waren für die Schüler die praktischen Tätigkeiten. Hierbei durften die Schüler Geräte, die die Firma mit ihren Auszubildenden gefertigt hat, testen.

„Ich konnte mit dazu beitragen, dass sich die Fünftklässler besser kennenlernten – habe auch erfahren, wie anstrengend Kinder sein können“, zieht Leo Schott aus der Klasse 9b der Stephani-Mittelschule sein Fazit. Der 15-Jährige war einer der an der Schule tätigen Starthelfer. Als Tutor nahm er sich mit 16 weiteren Neuntklässlern den neuen Fünftklässlern an, unterstützte diese in der Zeit bis zu den Herbstferien und stand ihnen als Ansprechperson zur Seite. Hierfür wurden wöchentlich verschiedene Aktionen mit den Jüngeren durchgeführt. Zum Abschluss ging es nun für alle gemeinsam zu einem Besuch ins Movieworld-Kino. Dort erwartete die Teilnehmer der Film „Shaun das Schaf 2 - UFO-Alarm“.

„Zuvor gab es für die neuen Schüler ein abwechslungsreiches Programm, das sie durch die ersten Wochen des Schuljahres begleitete“, berichtet Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger von der Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen. Julia Hetzner unterstützte als Ehrenamtliche die Durchführung des gesamten Projektes. Neben einem gesunden Frühstück, Sport in der Halle, Minigolf-Turnieren am Altmühlsee sowie Besuchen der Spieloase Jola waren besonders die Schnitzeljagden quer durch Gunzenhausen Highlights für alle. Mit einfachen Mitteln konnten sich hier die Kinder und Jugendlichen abseits vom Schulalltag kennenlernen, gemeinsam eine Menge Spaß sowie kleine Abenteuer erleben. Hinzu kamen noch Back- und Kochnachmittage im städtischen Jugendzentrum, bei denen sich einige der Tutoren richtig ins Zeug legten. „Leckere Pizzen und aufwendige Kuchen sorgten für große Freude und leuchtende Kinderaugen“, schildert Pfaffinger.

Auch für die Starthelfer selbst brachte ihre Tätigkeit eine Menge an lohnenden Erfahrungen mit sich, wie die folgenden Aussagen deutlich machen: „Mir hat es echt super gefallen! Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, konsequent zu sein.“ (Luke Fischer, Klasse 9b), „Ich fand es super, ein Starthelfer zu sein – auch wenn man bei manchen Kindern echt viel Geduld braucht“ (Jan Subkowski, 9a), „Ich habe gelernt, offener vor anderen zu reden“ (Marina Sawazky, 9a). Für ihren Dienst erhalten die engagierten Teenager noch ein Zertifikat, das sie ihren zukünftigen Bewerbungen beilegen können.

Die Aktionen der Tutoren, deren Durchführung vom Förderverein der Stephani-Mittelschule sowie der Gumbertus-Stiftung Ansbach maßgeblich finanziert wurde, haben sich also in vielfältiger Weise gelohnt, wie Pfaffinger letztlich nochmals untermauert: „Sogar die Neuntklässler haben sich durch die Gemeinschaftsaktionen untereinander nochmals viel besser kennengelernt. So manche Starthelfer-Gruppe musste sich jedoch erst zusammen raufen, um dann als Team gut arbeiten zu können.“

Am Montag, 21. Oktober 2019, fand an der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen wieder das Planspiel „Bewerbungsgespräche“ für 63 Schüler der 9. und 10 Jahrgangsstufen statt.

Ziel dieses Projektes war, dass Mitarbeiter von 21 regional ansässiger Firmen aus Ihrer beruflichen Erfahrung heraus den Schülern wichtige Hinweise zum Verhalten bei Bewerbungs- und Vorstellungsgesprächen gaben. Mit Zeugnis, Bewerbungsschreiben und Lebenslauf ausgerüstet traten die Schüler zum Vorstellungsgespräch an. Dazu wurden mehrere Klassenzimmer zu Personalbüros umfunktioniert. Nach der Simulation bekamen die Schüler eine kurze Rückmeldung und Verbesserungsvorschläge. Tipps von Experten zu Formulierungen im Bewerbungsschreiben, zu Kleidung und Frisur, zum Redeverhalten und zu höflichen Umgangsformen konnten für unsere Schüler eine sehr wertvolle Hilfe zu einem erfolgreichen Start in das Berufsleben sein. Die beteiligten Firmen:

Die Achtklässler der Stephani-Mittelschule und der Altmühlfranken-Schule an den Standorten in Weißenburg sowie Gunzenhausen setzten sich im Rahmen des Projektes „Farbe bekennen! – Gegen Rassismus im Alltag“ mit den Themen Menschenrechte, Diskriminierung, Rassismus und Hass im Netz (sogenanntem „Hate Speech“) auseinander. Initiiert wurden die Unterrichtseinheiten, die als Einstieg zum Projekt Filmendes Klassenzimmer dienten, von den Jugendsozialarbeitern Veronika Schmidtpeter, Carola Schmidt (beide vom Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen) sowie Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen). Unterstützend brachte sich zudem Schulsozialpädagogin Lisa Knorr mit ein.

„Alle Menschen haben Vorurteile und Vorhaltungen gegenüber anderen“, führt Veronika Schmidtpeter den erstaunten Schülern vor Augen. „Mit Vorurteilen und auch mit Rassismus ordnen wir unser Leben in bestimmte Kategorien – und damit finden wir uns einfacher im Alltag zurecht. In gewisser Weise sind wir alle rassistisch.“ Rassismus ist also allgegenwärtig, ob im Supermarkt um die Ecke oder in seinen neuesten Formen als Hasskommentare im Netz. Insbesondere der schleichende Übergang zu Diskriminierung führt dazu, dass Menschen herabgewürdigt und benachteiligt werden. Anhand eines Filmbeitrags von Ali Can, der als Initiator einer „Hotline für besorgte Bürger" national wie international bekannt geworden ist, wird deutlich, dass Menschen nicht pauschal in die rechte Ecke gestellt werden dürfen, sondern vielmehr das Gespräch mit ihnen gesucht werden sollte.

Im Folgenden beschäftigen sich die Jungen und Mädchen mit den Menschenrechten. Diese gelten – im Gegensatz zu den Bürgerrechten, die nur für deutsche Staatsbürger Anwendung finden – für alle Menschen in unserem Land. Menschenrechte sind angeboren und können weder verliehen noch aberkannt werden. Die Jugendlichen erarbeiten, was sich hinter Artikel 1 „Alle Menschen sind gleich und frei“ oder Artikel 15 „Jeder hat das Recht auf eine Staatsangehörigkeit“ verbirgt und wie diese Rechte mit Leben gefüllt werden.

Anhand der Spielaktion „Alle, die …“ wird den Schülern nahe gebracht, wie leicht es ist, Menschen in bestimmte Kategorien einzuordnen. „Nicht der erhobene Zeigefinger bewirkt unserer Erfahrung nach etwas“, macht Thomas Pfaffinger deutlich, „sondern vielmehr möchten wir erreichen, dass die Jugendlichen kritisch über sich selbst, ihre Werte und ihre Einstellungen ins Nachdenken kommen.“ Besonders eindrucksvoll ist die Aktion „Ein Schritt nach vorn“: Die Jungen und Mädchen werden aufgefordert, anhand pauschaler Aussagen in eine Rolle zu schlüpfen, zu der sie nun Fragen wie „Glaubst Du, dass Du viele Freunde hast?“ oder „Glaubst Du, dass Du Dir einen Urlaub leisten kannst?“ beantworten. Kann diese Frage mit „Ja“ beantwortet werden, geht es beispielsweise für „eine 20-Jährige mit Kopftuch“ einen Schritt nach vorne. Dies verdeutlicht den jungen Menschen, welche Zuordnungen in unseren Köpfen ablaufen, wie schnell wir dazu neigen, bestimmten Personengruppen Eigenschaften und Merkmale anzuheften – ohne Näheres über diese Menschen zu wissen. Ganz vorne finden sich schließlich Beschreibungen á la „Du bist 20 Jahre alt und Sohn eines Arztes“, während „Du sitzt seit Geburt an im Rollstuhl“ weiter hinten seinen Platz findet. Im  Auswertungsgespräch wird mit den Schülern darauf eingegangen, wie sie sich in ihrer Rolle gefühlt haben, wie leicht es ihnen fiel, Antworten auf die Fragen zu finden. Zumal sind einige von den Antworten ihrer Mitschüler sehr überrascht, hätten sie selbst so manche Frage doch ganz anders beantwortet – und damit der Rollenfigur zu einem anderen Platz in der Rangfolge verholfen. Eindrucksvoll, welch unterschiedliche Bilder in den jeweiligen Köpfen entstehen – jeweils begründet aus eigenen Erfahrungen und Erlebnissen.

Anschließend kommen noch junge Menschen zu Wort, die selbst Erfahrungen mit Alltagsrassismus und Diskriminierung gemacht haben. Anhand mehrerer Filmbeiträge erzählen diese – die oftmals in Deutschland geboren und hier aufgewachsen sind – von Anfeindungen aufgrund von Hautfarbe oder Aussehen. Ein  provokantes Sozialexperiment rundet die inhaltliche Auseinandersetzung ab: "Ausländer müssen hinten sitzen" – steht da auf dem Schild im Bus. Wie die Menschen darauf reagieren, ist erstaunlich. 2015 wurde dieses Experiment gewagt und mit versteckter Kamera verfolgt,  wie Mitfahrer hierauf reagieren. „Tolerierten die Menschen den Rassismus im Bus? Eine spannende Frage, die die Jungen und Mädchen aufwühlt und mit Sicherheit weiter beschäftigt“, berichtet Carola Schmidt.

Die Unterrichtseinheit mündet darin, dass die Schüler sich anhand von kurzen Rollenspielen weiter mit den Themen beschäftigen. Schließlich soll am Ende eine jede Klasse ein Drehbuch zum Projekt „Farbe bekennen! – Gegen Rassismus im Alltag“ erarbeiten und dieses in einen Wettbewerb mit den anderen Teilnehmern einreichen. Die Siegerklasse darf in die Bavaria Filmstudios nach München fahren. „Dort können die Jugendlichen dann erleben, wie aus ihrer Geschichte ein eigener Film wird“, erläutern die Fachkräfte.

Praktische Einblicke in demokratische Prozesse erhielten in den vergangenen Wochen die Schüler der Stephani-Mittelschule: Die Wahl der Schülersprecher stand an, die entsprechenden Kandidaten mussten verschiedene Phasen durchlaufen, um  letztlich in ihr Amt gewählt zu werden. In einer großen Wahlveranstaltung stellten sich diese schließlich in der Turnhalle der Schulgemeinschaft vor. Pelin Kayis (Klasse 10aM), Emilian Tuclea (9cM) und Niruban Nimalan (8b) gingen als Sieger hervor. Bei der Wahl wurden außerdem Stefanie Pitzer und Johannes Kergl als Vertrauenslehrer bestimmt.

Zuvor wurden in der Mittelschule durch die verantwortliche Lehrkraft Dunja Grünbaum und Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen) potentielle Kandidaten für das Amt bei den Schülern abgefragt. Ein jeder konnte Vorschläge mit den Namen seiner Mitschüler, die er für das verantwortungsvolle Amt für geeignet hält, einreichen. Nach einigen Vorgesprächen sowie einem ersten Treffen blieben sieben Jungen und Mädchen übrig, die sich eine Kandidatur für den Posten ernsthaft zutrauten. Im Folgenden galt es, für sich Wahlwerbung zu betreiben. Hierzu gestalteten die Kandidaten eigenständig Plakate, auf denen sie sich kurz mit ihren Zielen vorstellten. Neben diesem Werbemittel suchten sogleich manche in den Pausen das Gespräch mit den Mitschülern und gingen hier auf Stimmenfang. „Einige der Kandidaten entwickelten einen großen Ehrgeiz. Sie nutzten sogar die sozialen Medien, um sich bei den Gleichaltrigen bekannt zu machen“, schildern Grünbaum und Pfaffinger.

Ihren großen Auftritt hatten die Kandidaten letztlich im Rahmen einer Wahlarena, die in der Stephani-Halle stattfand. Hier mussten sich die Jugendlichen auf der „großen Bühne“ präsentieren: Schon die Outfits der Teenager waren dem Anlass entsprechend angepasst, Hemd sowie Anzughose wurden aufgetragen, um auch optisch einen guten Eindruck zu machen. Schließlich stellte sich jeder der Kandidaten mit einer Rede vor, wobei die kreativen Vorschläge von einem Pizza-Tag, verschiedenen Sport-Turnieren, der Verpflegung in den Pausen bis hin zum Thema Integration reichten. Hernach musste sich ein jeder den teils kritischen Rückfragen der Schülerschaft stellen. Hier zeigte sich rasch, wer gut vorbereitet war. Witzige Sprüche sowie wenig durchdachte Ideen wurden – wie sich später bewies – beim Ankreuzen in den Original-Wahlkabinen, die durch die Stadt Gunzenhausen zur Verfügung gestellt wurden, gnadenlos abgestraft.

Die Auszählung der abgegebenen Stimmen übernahmen anschließend die Mitglieder der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft „Schülermitverantwortung“ (SMV). Hier engagieren sich motivierte Jungen und Mädchen, denen daran gelegen ist, Aktionen rund um das Schulleben zu organisieren. Dieser Gruppe gehören nun auch Pelin Kayis, Emilian Tuclea und Niruban Nimalan an. Als Schülersprecher bilden sie darüber hinaus ein wichtiges Bindeglied zwischen Schülern, Lehrern und Schulleitung, sie wirken an der Weiterentwicklung ihrer Schule mit, können eigene Ideen entwickeln und umsetzen.

Die Stephani-Mittelschule hat ein neues Schullogo:

Schullogo

Nach langem Suchen und vielen verschiedenen Entwürfen konnten sich schließlich alle Beteiligten auf dieses Logo einigen. Das Logo wird künftig auf allen amtlichen Veröffentlichungen der beiden Schulen verwendet werden.

15 Schüler üben am Standort der Stephani-Mittelschule in Gunzenhausen den Dienst als Streitschlichter aus. Hier agieren sie als Lotsen bei Konflikten und unterstützen ihre Mitschüler bei der Suche nach gewaltfreien Lösungen. Für die Ausbildung sowie die Begleitung der Jungen und Mädchen zeichnen sich die Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger (Diakonie) und Carola Schmidt (Landratsamt) verantwortlich.

Es ist Montagmorgen. Viele Schüler laufen gut gelaunt über den Pausenhof, erzählen ihren Freunden vom Wochenende, jedoch scheint für den Siebtklässler Matthias die Woche richtig mies gestartet zu sein: Schon beim Frühstück hat er sich mit seinen Eltern in die Haare gekriegt. Sie werfen ihm vor, dass er zu viel zocke und zu wenig für die Schule mache. Wie zur Bestätigung bekam Matthias dann gleich in der ersten Stunde seine Mathe-Schulaufgabe mit der Note 6 zurück. In dem 13-Jährigen staut sich immer mehr Frust auf. Beim Hinauslaufen in die Pause rempelt ihn noch Marina aus der Parallelklasse versehentlich an. Er merkt, wie er immer wütender wird. „Wenn ihm jetzt noch einer blöd kommt, dann knallt es“, denkt er sich. Und tatsächlich passiert es. Eigentlich ist Marc sein bester Freund, doch am Wochenende hat er bei FIFA19 – beim virtuellen Fußball spielen – gegen ihn verloren. „Na Du Loser“, begrüßt ihn dieser nun grinsend am Pausenhof. Eindeutig zu viel für Matthias: Er schubst seinen Freund in eine Ecke und geht mit erhobenen Fäusten auf ihn los.

Einige Schüler sehen dies, wollen die beiden Kontrahenten schon anfeuern: „Los, schlagt euch“, rufen ein paar. Doch die Streitschlichter Lea, Chiara und Nils sind schneller. Die drei sind Konfliktlotsen und laut aktuellem Dienstplan montags im Einsatz. Sie gehen rasch dazwischen,  trennen die beiden. Die Traube um die Streitenden löst sich schnell, die Streitschlichter gehen mit den Siebtklässlern in die Aula. Dort entscheiden sie, dass Lea und Nils den aktuellen Fall übernehmen und schlichten werden. Hierfür bringen sie die beiden ins Streitschlichter-Zimmer. Chiara Fischer, die Sprecherin der  15-köpfigen Gruppe, berichtet: „Wir haben ein Tafel-System, mit dem wir die Streitenden bei der Suche nach einer Lösung unterstützen.“ Dabei ist immer ein Streitschlichter der Schlichtungspartner für einen der Kontrahenten. Laut den Grundsätzen der Mediation sind „die Schüler selbst die Experten für ihren Konflikt“, weiß Sozialpädagoge Thomas Pfaffinger, der die Streitschlichter seit nunmehr zehn Jahren mit ausbildet.

Eine jede Schlichtung läuft in fünf Schritten ab: Einleitung/Begrüßung – Konfliktdarstellung – Konflikterhellung – Lösungssuche – Vereinbarung. Für jede Phase gibt es spezielle Tafeln sowie gelernte Methoden, mit denen die Streitschlichter Anleitung und Unterstützung geben. „Oftmals geht es eigentlich um Kleinigkeiten, die letztlich in verbalen oder auch körperlichen Auseinandersetzungen münden“, berichten Lea und Nils von ihren Erfahrungen.  „Konflikte sind ganz normal und gehören dazu, wenn Menschen zusammen kommen. Wichtig ist, wie wir mit ihnen umgehen – am besten natürlich gewaltfrei“, schildert Jugendsozialarbeiterin Carola Schmidt, die an der Altmühlfranken-Schule tätig ist. Einige Klassen sind am Standort der Mittelschule mit untergebracht.

Die Mediation von Matthias und Marc verläuft erfolgreich. Nachdem Matthias seinen Frust erzählt hat, kann Marc ihn sogar verstehen. Letztlich entschuldigt sich Matthias für sein Verhalten, beide vereinbaren noch, eine Revanche beim FIFA spielen. Eine gute Schlichtung, die eine sogenannte „win-win-Situation“ für alle Beteiligten mit sich bringt – das große Ziel einer jeden Schlichtung. „Nachteile für die Schüler gibt es bei uns keine“, untermauert Chiara Fischer abschließend. „Wir lösen die Konflikte im besten Fall ganz ohne Verweise, Stress und ohne die Beteiligung von Eltern und Lehrern.“

Während der Sommerferien 2019 wurde mit den Baumaßnahmen zur Neugestaltung des Pausenhofs der Stephani-Mittelschule begonnen. Die Arbeiten konnten bis zum Schuljahresbeginn 2019/20 nicht ganz abgeschlossen werden, daher müssen die Schüler an den ersten Schultagen dieses Schuljahres ihre Pause noch auf dem Hindenburgplatz verbringen.

Diese Baumaßnahme setzt die im Schuljahr 2018/19 durchgeführte Neugestaltung der Freisportanlage und des Pausenhofs der Stephani-Grundschule (auf dem Bild im Hintergrund) fort.

Und damit ist noch längst nicht der Schluss erreicht. Seit Beginn des Jahres 2019 laufen bereits die konkreten Planungen für die Generalsanierung des gesamten Schulgebäudes. Erste Planungsgespräche mit dem Architekturbüro Weinbrenner und der Regierung von Mittelfranken, die die die Sanierungsmaßnahme finanziell unterstüztzen soll, sind bereits gelaufen.

Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache, die nach Deutschland zugewandert sind und keine oder nur geringe Deutschkenntnisse haben, besuchen eine Deutschklasse. Das Fach Deutsch als Zweitsprache (DaZ) auf der Basis des LehrplanPLUS Mittelschule ist zentrales Fach, um intensiv und systematisch das Erlernen der deutschen Sprache zu ermöglichen. Ab dem Schuljahr 2019/20 wird die Deutschklasse als Ganztagsklasse in gebundener Form geführt.

Die Schülerschaft setzt sich vorwiegend aus ausländischen Schülern unterschiedlicher Kulturen und Sprachen zusammen, teils Asylbewerber mit wenig/kaum Deutschkenntnissen. Die Altersspanne beträgt 10 bis 16 Jahre. Schwerpunkte des Unterrichts sind das Erlernen der deutschen Sprache, kulturelle Bildung und Werteerziehung, Schulung im Umgang mit Medien sowie eine möglichst schnelle Überführung in eine Regelklasse.

Freizeitangebote sind Lesen und Vorlesen (regelmäßige Besuche der Stadtbücherei), Sportangebote in der Turnhalle, Kreativangebote wie Malen und Basteln, da die Schüler keinen regulären Kunstunterricht haben, Gemeinschaftsspiele sowie das Arbeiten mit Tablet und Notebook.

An Räumlichkeiten stehen neben dem Klassenzimmer im Schulhaus weitere Räume zur Differenzierung zur Verfügung, die der Größe eines Klassenzimmers entsprechen. Ergänzt wird dieses Angebot durch einen großen Pausenhof mit diversen Spielmöglichkeiten, eine Turnhalle mit Außenbereich, zwei Werk- und Kunsterziehungsräume, drei Computerräume und ein geplantes Medienlabor.

Ein eigener Sozialpädagoge wird eingesetzt zur Aufarbeitung von Traumata, für die Begleitung zu Terminen, zur Unterstützung im schulischen und privaten Bereich sowie bei Praktika. Er schaft darüber hinaus Möglichkeiten, dass einheimische Schüler mit den Schülern der Deutschklasse in Kontakt kommen. Hierdurch können Hürden und Vorurteile erfolgreich abgebaut werden. Zudem iniitiert er Kontakte zum Jugendzentrum und dem hiesigen Jugendmigrationsdienst, um den Jungen und Mädchen nötige Unterstützung zukommen zu lassen sowie eine sinnvolle Freizeitgestaltung aufzuzeigen. Gezielt werden auch Schüler der Deutschklasse zudem in Präventionsprojekte wie Streitschlichter eingebunden.

Eine Mitarbeiterin des externen Kooperationspartners TV 1860 Gunzenhausen e.V. erteilt nachmittags eine integrative Sport-AG, an der auch Schüler anderer Klassen teilnehmen können, und ein Mitarbeiter der Flüchtlingshilfe Wald e.V. übernimmt die Betreuung während und nach der Mittagspause, in der die Schüler ihr Mittagessen in der schuleigenen Mensa einnehmen.

In der Deutschklasse wird auf die Chancengleichheit zwischen Jungen und Mädchen, aber auch im Hinblick auf die verschiedenen Herkunftsländer der Schülerinnen und Schüler geachtet. Dies gilt neben dem Unterricht auch für die verschiedenen Praktika während des Schuljahres. Hier werden keine Unterschiede hinsichtlich Geburtsort, Herkunft, sozialen Verhältnisse, Familienstatus, Staatsangehörigkeit, Hautfarbe, Geschlecht oder Religionszugehörigkeit gemacht.

ESF

Die Deutschklasse wird ebenso wie die Praxisklasse der Stephani-Mittelschule gefördert durch Mittel des Europäischen Sozialfonds. Ein herzlicher Dank für diese Unterstützung!

Die Sommerferien gehen zu Ende. Wenn am kommenden Dienstag die Schule wieder beginnt, geht es für viele Fünftklässler in einen neuen Lebensabschnitt. Die Grundschulzeit liegt nun hinter ihnen, sie müssen sich an einer weiterführenden Schule zu Recht finden. Um ihnen diesen Einstieg zu erleichtern, erwarten die 60 Jungen und Mädchen an der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen speziell zu StartHelfern ausgebildete Neuntklässler. Die Tutoren sind bestens vorbereitet, um die Neuen an der Schule zu begrüßen: Gleich am ersten Tag kommen sie mit in die Klassen und heißen die Fünftklässler mit einem Kennenlern-Spiel willkommen. Am folgenden Tag gibt es dann eine Rallye durch das Schulhaus. „Wir möchten den jüngeren Schülern einen ersten Überblick über wichtige Anlaufstellen geben und ihnen mit den StartHelfern kompetente Ansprechpartner zur Seite stellen“, macht Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger deutlich.  Im Anschluss gibt es bis zu den Herbstferien wöchentlich eine Aktion, die die älteren Schüler vorbereiten und durchführen.

Starthelfer 2019_2010

Die Fotos zeigen die StartHelfer-Teams für die jeweiligen 5. Klassen.

Die Stadt Gunzenhausen organisiert unter der Federführung von Stadtjugendpfleger Helmar Zilcher und Meyrav Kopito in den Jahren 2019 und 2020 eine Jugendbegegnung mit Jugendlichen aus der Stadt Rishon LeZion (bei Tel Aviv-Jaffa) in Israel.

In der Zeit vom 20. bis 27. Juli 2019 kamen zwölf Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren mit zwei Betreuern nach Gunzenhausen. Auf dem Programm standen Begegnungen mit Jugendlichen aus Gunzenhausen, Freizeitaktivitäten am Altmühlsee, Ausflüge in die nähere Umgebung, eine Fahrt nach Nürnberg und Besuch des Dokumentationszentrums mit Aufarbeitung der Shoah sowie eine Kanutour. Die Jugendlichen waren anfangs in der Jugendherberge und später in Gastfamilien untergebracht.

Im Zuge dieser Begegnung, an der auch Schüler unserer Schule teilnahmen, fand am Montag, 22. Juli 2019 auch ein Besuch der Gruppe aus Israel in der Stephani-Mittelschule statt. Die Gäste aus Israel besuchten die Klassen 7b, 7cM, 8a und 8cM und tauschten sich mit den deutschen Schülerinnen und Schülern aus. Kleine Kennenlernspiele erleichterten hierbei den Einstieg. Anfangs befürchtete Sprachprobleme (Verkehrssprache war Englisch) erwiesen sich im Nachhinein als weniger gravierend wie befürchtet.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa fand ein Sportturnier in der Turnhalle und auf der Sportfreifläche der Schule statt. Hierbei war der Altersvorsprung der Jugendlichen aus Israel deutlich spürbar. Sowohl beim Basketball als auch beim Fußball hatten unsere Mannschaften Schwierigkeiten mit den Gästen mitzuhalten.

In den Pfingstferien 2020 ist dann ein Gegenbesuch in Israel geplant. Zehn Jugendliche aus Gunzenhausen werden dann nach Israel reisen und dort Rishon LeZion und Umgebung näher kennenlernen.

Am Donnerstag, 18. Juli 2019 wurden die Entlassschüler der Stephani-Mittelschule in der Aula der Schule verabschiedet. Um 17.00 Uhr fand dazu ein Entlassgottesdienst statt, der von Gemeindereferent Martin Kellberger und Lehramtsanwärterin Gwen Skarupa vorbereitet worden war.

Um 17.45 Uhr stellten sich dann alle Schüler und Schülerinnen mit ihren Lehrkäften zu einem Gruppenfoto vor der Schule auf und zogen dann wieder gemeinsam in die Aula ein. Schulleiterin Sandra Wißgott begrüßte die anwesenden Ehrengäste sowie die Eltern, Schüler und Schülerinnen und alle Lehrkräfte und hielt anschließend die Abschiedsrede. Im Namen de Elternbeirats sprach die stellvertretende Vorsitzende Tamara Fischer ein paar Worte zu den Entlasschülern. Besonders erfolgreiche Schülereinnen erhielten noch ein kleines Geschenk vom Förderverein der Schule und von den ortsansässigen Banken.

 

Am Donnerstag, dem 4. Juli 2019 fand eine Begegnung von Schülern der Klasse 7a der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen mit Jugendlichen aus der Stadt Karmiel in Israel statt. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa der Schule starteten alle zu einer Stadtführung mit dem Schwerpunkt „Jüdisches Leben in Gunzenhausen“. Die Stadtführerin, Frau Hartung, konnte in diesem Bereich auch für unsere einheimischen Schüler noch viele interessante Aspekte aufzeigen. In der evangelischen Stadtkirche hörten die Gäste aus Israel dann noch eine kleine, aber sehr beindruckende Kostprobe der Kirchenorgel.

Karmiel Flowers

Zurück in der Schule fand dann noch ein gemeinsamer Tanzworkshop statt, der besonders unsere weiblichen Schülerinnen sehr beeindruckte. „Wann machen wir so etwas auch einmal?“ war die häufigste Frage. Die Begegnung endete mit einer äußerst beeindruckenden Tanzvorführung der Gäste aus Karmiel. Ein besonderer Dank gilt Frau Eva Haller von der Europäischen Janusz Korczak Akademie, die diese Jugendbegegnung erst ermöglichte.

 

Die Stadt Gunzenhausen verlieh am Dienstag, 19. März 2019 um 19.00 Uhr im Haus de Gastes, Markgrafensaal den 1. Kulturpreis der Stadt Gunzenhausen an Franz Müller, einen ehemaligen Rektor der Stephani-Mittelschule und an Emmi Hetzner, eine ehemalige Lehrerin der Stephani-Mittelschule für ihr Projekt "Jüdisches Leben in Gunzenhausen" in den Jahren 2000 bis 2016. Mit Schülern wurden Informationen zu jüdischen Familien und deren Häusern in Gunzenhausen zusammengetragen und auf einer eigens dafür eingerichteten Internetseite dokumentiert.

Im Rahmen einer Feierstunde wurden nun 21 Jungen und Mädchen der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen und der Altmühlfranken-Schule Weißenburg-Gunzenhausen offiziell in ihren Dienst als Streitschlichter eingeführt. Zuvor hatten die Jungen und Mädchen eine anspruchsvolle Ausbildung durchlaufen, die in einem 4-tägigen Seminar-Aufenthalt in Heidenheim gipfelte (wir berichteten) und ihren Abschluss mit der Ernennungsfeier fand. Zahlreiche Ehrengäste lobten das Engagement der jungen Leute und hoben die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Tätigkeit hervor.

 

Referent Ilan Katz

Die Stadt Gunzenhausen plant unter der Federführung von Stadtjugendpfleger Helmar Zilcher und Meyrav Kopito in den Jahren 2019 und 2020 eine Jugendbegegnung mit Jugendlichen aus der Stadt Rishon LeZion (bei Tel Aviv-Jaffa) in Israel.

Ende Juli 2019 werden dreizehn Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren mit zwei Betreuerinnen nach Gunzenhausen kommen. Die Jugendlichen werden in Gastfamilien untergebracht. In den Pfingstferien 2020 findet der Gegenbesuch in Israel statt. Dreizehn Jugendliche aus Gunzenhausen werden dann nach Israel reisen und dort Rishon LeZion und Umgebung näher kennenlernen. 

Im Vorfeld des Austausches fand in der Stepahani-Mittelschule Gunzenhausen eine Vortragsreihe zum Thema "Israelische Identität" mit dem Referenten Ilan Katz aus Israel statt. Ilan Katz informierte am Mittwoch, 27. Februar 2019, von 8:00 bis 13:00 Uhr Schüler aus neun Klassen der Stephani-Mittelschule in drei Vorträgen zur Thematik "Leben, Kultur und Religion und Israel". Daneben kam auch seine persönliche Lebensgeschichte nicht zu kurz.

Um 18.00 Uhr hatte dann 1. Bürgermeister Karl-Heinz Fitz am Austausch interessierte Familien in das Lehrerzimmer der Schule eingeladen.

Um 19:00 Uhr folgte dann ein öffentlicher Vortrag auf gemeinsame Einladung der Schule und des Schulfördervereins hin in der Aula. Zahlreiche Gäste ließen sich in einem ähnlichen, äußerst kurzweiligen Vortrag über Israel und und Judentum informieren.

Ein herzlicher Dank ergeht an den Referenten Ilan Katz sowie an Pfarrer Matthias Knoch aus Gräfensteinberg für die Vermittlung der Vortragsreihe.

Sandra Wißgott, Rektorin

Kooperations-Projekt stärkt die Gemeinschaft und verzaubert große und kleine Schüler der Stephani Grund- und Mittelschule in Gunzenhausen  

Dass keiner gemein ist - so lautet der größte Weihnachtswunsch einer Schülerin aus der zweiten Klasse der Stephani-Grundschule in Gunzenhausen. Sie hat diesen Wunsch auf einen Stern aus gelbem Papier geschrieben und ihn auf den großen Wunschzettel der Stephani- Schule geklebt. Der Stern ist dort nicht allein. Viele Wünsche wurden in den vergangen Tagen im Rahmen der diesjährigen Weihnachtswerkstatt von den Kindern bereits dort verewigt. Von Gesundheit und Glück ist zu lesen, vom Wunsch nach einer kleinen Schwester oder nach einem großen Porsche.

Aber der Reihe nach. Als die ersten Kinder mit erwartungsvoll strahlenden Augen die stimmungsvoll geschmückten Räume der Weihnachtswerkstatt betreten, liegen arbeitsreiche Wochen hinter Nicole Schierig und ihren Kolleginnen Carina Reichel und Fiona Schmidt. Bis zuletzt haben die drei Förderlehrerinnen am pädagogischen Konzept gefeilt und natürlich wurde jede einzelne Station der Weihnachtswerkstatt liebevoll ausgestaltet. Alles ist darauf ausgerichtet, den Zusammenhalt zwischen den Schülern zu stärken, so dass für jeden erkennbar wird, dass eine starke Gemeinschaft immer ein Fundament für die Entwicklung eigener Stärken sein kann. Das Besondere dabei- an jeder der fünf Stationen werden die Grundschüler von Schülerinnen und Schülern der Klassen 7a und 7b der Stephani-Mittelschule betreut und tatkräftig unterstützt.

„Die Großen sind mit viel Freude und Motivation bei der Sache und es ist schön zu sehen, wie gut Groß und Klein miteinander harmonieren“,  freut sich Nicole Schierig, die das kooperative Konzept der Weihnachtswerkstatt entwickelt hat.

Und so werden die Grundschulklassen noch bis zu den Weihnachtsferien nach und nach mit einem geheimnisvollen Brief aus einem riesigen, goldfarbenen Umschlag vom Weihnachtsengel dazu eingeladen, ein paar zauberhafte Stunden in der Weihnachtswerkstatt zu verbringen. Die Spannung steigt, wenn die Kinder einer Spur aus glitzernden Schneekristallen bis hin zur Weihnachtswerkstatt im oberen Geschoss des Schulhauses folgen. Dort angekommen, warten kreative Stationen, an denen sich die Kinder mit lieben Worten beschenken, selbst gebackene Pop-Cakes mit Schokolade verzieren,  Weihnachtsschmuck basteln und gemeinsam musizieren. Bei der Lösung des Weihnachtsrätsels rauchen die Köpfe, aber dann wird klar- Gemeinsam sind wir stark!

Übrigens trifft das auch auf die ganz Großen zu, lacht Nicole Schierig und dankt dabei besonders den Leiterinnen der Klassen 7a und 7b, Stefanie Pitzer und Claudia Walch, den beiden Schulleiterinnen der Stephani Grund- und Mittelschule, Alrun Schwarz (Grundschule) und Sandra Wißgott (Mittelschule), Sonja Lugert, Annemarie Mayer und allen Beteiligten, die dieses Kooperations-Projekt durch ihre tatkräftige Unterstützung mit Leben erfüllt haben.

Für die Kinder steht fest- der Tag in der Weihnachtswerkstatt ist ein tolles Erlebnis und hat vielleicht ein kleines Stück dazu beigetragen, dass ein Wunsch schon heute in Erfüllung gegangen ist …

Der Weihnachtsengel

In der Aula der Stephani-Schule versammelten sich am Donnerstag, den 22. November 2018, etwa 180 Grund- und Mittelschüler. Nachdem der Coburger Jürgen Piller seinen Werdegang und die alte Kunst der Glasbläserei kurz vorgestellt hat, verfolgten die Schüler auch schon gespannt und mit großem Interesse, wie er mit Leichtigkeit das erste Kunstwerk aus Glas fertigte.

Er modellierte im weiteren Verlauf verschiedene Glasfiguren (Vase, Christbaumspitze, …) und stellte u.a. die „Coburger Teufelchen“ auf unterhaltsame Weise zur Schau. Die Schüler wissen nun, woraus und wie Glasfiguren hergestellt werden. Manche haben zudem nach Unterrichtsschluss ein Erinnerungsstück erworben – nicht zuletzt steht schon bald Weihnachten vor der Tür.

Schüler der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen und der Altmühlfranken-Schule Weißenburg-Gunzenhausen konnten in den Bavaria Filmstudios in München Filmluft schnuppern: Die Jungen und Mädchen nahmen dort an dem Workshop „Filmendes Klassenzimmer“ teil, schlüpften in die Rollen von Schauspielern und kümmerten sich um die Technik am Set. Initiiert wurde der Ausflug von den Jugendsozialarbeitern Veronika Schmalz, Carola Schmidt (Landratsamt) und Thomas Pfaffinger (Diakonie), eine Zuwendung des Vereins Präventionsweiser ermöglichte die Fahrt. Vorab durchliefen die Schüler das Projekt „Bloßgestellt im Netz“, bei dem sie sich unter anderem ausgiebig mit der Datensicherheit auf Smartphones oder Laptops auseinandergesetzt hatten (wir berichteten) und den anschließenden Drehbuch-Wettbewerb für sich entscheiden konnten.

Für die siegreichen Klassen – die 8a der Stephani-Schule, die 7b der Altmühlfranken-Schule in Weißenburg und deren 8. Klasse aus Gunzenhausen – stand ein arbeits- aber vor allem erlebnisreicher Tag in München an. Im Gepäck hatten die Schüler und ihre Klassenlehrer die selbst geschriebenen Drehbücher. In einem ersten Schritt wurden diese Stories vor Ort durch den Regisseur hinsichtlich ihrer Filmbarkeit bewertet und gemeinsam nötige Anpassungen vorgenommen. Schließlich war es das große Ziel, am Ende des langen Tages zwei Filme im Kasten zu haben – bis dahin war jedoch noch einiges zu tun. Zuvörderst galt es, die Rollen der Schauspieler festzulegen. Auch die Jungen und Mädchen hinter der Kamera wurden bestimmt. Sie kümmerten sich als Ton- und Kamera-Assistenten um einen reibungslosen Ablauf des Drehs.  

Anschließend wurden die Jugendlichen noch in die passenden Outfits als Sanitäter, Polizist oder Lehrer gesteckt. Die Dreharbeiten konnten beginnen. Dabei war es wichtig, dass alle Ruhe und Disziplin an den Tag legten. Schnell wurde klar, dass die Arbeit beim Film kein Zuckerschlecken ist, sondern von jedem Konzentration sowie Durchhaltevermögen erfordert. Insbesondere war Geduld nötig, wenn eine Szene mehrmals gespielt werden musste. Bei „Und bitte!“ mussten die Jungen und Mädchen soweit in ihre Rollen geschlüpft sein, dass sie vor der Kamera überzeugen konnten. Der Film „Krankenhausreif“ erzählt beispielsweise eindrücklich die Geschichte eines Jugendlichen, der Opfer einer Schlägerei auf dem Pausenhof wird. Zu allem Übel filmen dies einige seiner Mitschüler und stellen dies bei Facebook online. Rasch entwickelt sich ein regelrechter Shitstorm und der Jugendliche, der im Krankenhaus liegt, wird auf seinem Smartphone weiter fertig gemacht. Schließlich tritt ihm eine Freundin zur Seite, die ihm einen Ausweg aus der Situation aufzeigt.

Nachdem die letzte Szene der mehr als dreistündigen Dreharbeiten im Kasten war, ging es für alle in eine wohlverdiente Mittagspause. Im Anschluss erwartete die Teilnehmer schon ein Guide, der ihnen bei einer Führung die Geschichte der Bavaria Filmstadt näher brachte. Neben Filmklassikern wie „Das Boot“ faszinierte die Teenager und ihre Begleitpersonen vor allem das Klassenzimmer aus „Fack ju Göhte“. Bevor die Premiere der beiden eigenen Filme anstand, ging es noch ins 4D-Kino. Schließlich war es soweit: „Mika“ und „Krankenhausreif“ flimmerten über die Leinwand. Neben viel Heiterkeit – es ist erstmals etwas befremdlich sich selbst im Film zu sehen - erfüllten die Werke die Schüler vor allem mit Stolz auf das Erreichte. Der abschließende große Applaus bereitete nicht nur den Lehrkräften und Sozialpädagogen eine Gänsehaut, sondern untermauerte die Nachhaltigkeit des gesamten diesjährigen Medienprojektes „Bloßgestellt im Netz“.

Zehn Jungen und Mädchen der Abschlussklassen sorgten als Starthelfer an der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen dafür, dass die neuen Fünftklässler gut an der Schule ankommen konnten. Die Jugendlichen führten gemeinsam mit Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen) Kennenlern-Spiele, eine Schulhaus-Rallye sowie verschiedene wöchentliche Aktionen für ihre Klassen durch. Die hiesige Streetworkerin Katharina Meister begleitete einige der Aktionen, die nun mit einem Besuch des Kinos in Gunzenhausen einen gelungenen Abschluss fanden.

„Smallfoot“ hieß der Film, den gut fünfzig Kinder und Teenager schließlich zusammen im Movie World Gunzenhausen bei einer Extra-Vorstellung zusammen anschauten. Finanziell ermöglicht wurden diese gemeinschaftsstiftenden Aktionen durch einen Zuschuss des Fördervereins der Stephani-Schule. In den vergangenen Wochen ging es für die Fünftklässler mit ihren Starthelfern in die Spieloase Jola, zu Minigolf-Turnieren an den Altmühlsee oder auf Schnitzeljagd quer durch Gunzenhausen. „Besonders die Schnitzeljagden waren Highlights für die Großen wie Kleinen“, wissen Pfaffinger und Meister zu berichten. „Ganz ohne Smartphones und technische Spielereien haben gerade diese Aktionen einen riesen Spaß gemacht.“ Die Fünft- sowie Acht- und Neuntklässler lernten sich hier abseits des Schulalltags kennen, konnten sich austauschen und neue Freunde finden. Zudem wurden die älteren Schüler so zu wichtigen Ansprechpersonen und Vorbildern für ihre Schützlinge. Die Tutoren hatten noch einige weitere attraktive Aktivitäten vorbereitet: Ein gesundes Frühstück zum Start in den Schultag, Kochen und Backen im städtischen Jugendzentrum, Sport- und Spielenachmittage in der Turnhalle oder ein Besuch des Hallenbads standen auf dem Programm.

Von ihrer Tätigkeit profitieren die Teenager enorm. Sie erhielten ein Übungsfeld für soziale Berufe, waren gefordert, im Team zusammenzuarbeiten und konnten sich organisatorisches Geschick aneignen. „Die diesjährigen Starthelfer waren überaus engagiert und motiviert“, zieht Thomas Pfaffinger sein Fazit. Zwar lief nicht immer alles rund, die Teams mussten sich erstmals zusammenfinden und an ihren Absprachen arbeiten. Doch gerade diese Lernprozesse in einem geschützten sozialen Rahmen sind für die beiden Sozialpädagogen der Diakonie enorm wichtig: „Die Jungen und Mädchen bewiesen Durchhaltevermögen, mussten sich auch mal gegenseitig kritisieren und konnten so letztlichen an ihren Aufgaben wachsen.“

Teilnehmer am Bewerbungstraining 2018
Teilnehmer am Bewerbungstraining 2018

Am Donnerstag, 25. Oktober 2018, fand an der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen wieder das Planspiel „Bewerbungsgespräche“ für 63 Schüler der 9. und 10 Jahrgangsstufen statt.

Ziel dieses Projektes war, dass Mitarbeiter von 21 regional ansässiger Firmen aus Ihrer beruflichen Erfahrung heraus den Schülern wichtige Hinweise zum Verhalten bei Bewerbungs- und Vorstellungsgesprächen gaben. Mit Zeugnis, Bewerbungsschreiben und Lebenslauf ausgerüstet traten die Schüler zum Vorstellungsgespräch an. Dazu wurden mehrere Klassenzimmer zu Personalbüros umfunktioniert. Nach der Simulation bekamen die Schüler eine kurze Rückmeldung und Verbesserungsvorschläge. Tipps von Experten zu Formulierungen im Bewerbungsschreiben, zu Kleidung und Frisur, zum Redeverhalten und zu höflichen Umgangsformen konnten für unsere Schüler eine sehr wertvolle Hilfe zu einem erfolgreichen Start in das Berufsleben sein. Die beteiligten Firmen:

Buchhandlung Schrenk
Pressmetall Gunzenhausen GmbH
RFPlastGmbH
Raiffeisenbank Weißenburg-Gunzenhausen
Verpa Folie Gunzenhausen GmbH
Hetzner Online GmbH
Stadtverwaltung Gunzenhausen
Ev. Kindergarten St. Johannis
Heizomat
Schaeffler Technologies AG u. Co. KG
Stiftung Hensoltshöhe
Bäckerei Kleeberger
Rema Fügetechnik GmbH
AOK Mittelfranken
Agentur für Arbeit
Sanmina - SCI Germany GmbH
Altenpflegeschule Neumarkt
Buchhandlung Fischer
Kinder und Jugendhilfe Bezzelhaus e.V
Bayer. Landespolizei
Einstellungsberatung
Strandhotel Seehof

Ein herzlicher Dank ergeht an alle beteiligten Firmen und deren Mitarbeiter sowie an unsere Kolleginnen Frau Wist und Frau Drütschel als Hauptorganisatorinnen dieses Projekts.

Sandra Wißgott, Rektorin

Schülerlotsen 2018/19
Neu ernannte Schülerlotsen im Schuljahr 2018/19

Auch im Schuljahr 2018/19 haben sich wieder Schüler der Stephani-Mittelschule der Ausbildung zu Schülerlotsen unterzogen. Insgesamt acht Schüler aus den Klassen 7b und 7cM konnten zu neuen Schülerlotsen ernannt werden. Ein herzlicher Dank für dieses besondere Engament zum Wohle der Mitschüler!

Die Schülersprecher im Schuljahr 2018/19
Die Schülersprecher im Schuljahr 2018/19

Demokratie und deren Prozesse konnten die Schüler der Stephani-Mittelschule Gunzenhausen in den vergangenen Tagen hautnah erleben: Die für die Schülermitverantwortung (SMV) zuständige Lehrerin Dunja Grünbaum hatte mit Unterstützung von Jugendsozialarbeiter Thomas Pfaffinger (Diakonie Weißenburg-Gunzenhausen) zur Wahl aufgerufen. In einer Wahlarena, die in der Sport- und Spielhalle stattfand, präsentierten sich schließlich neun Jungen und Mädchen, um Schüler- bzw. Unterstufensprecher zu werden. Als Wahlsieger gingen Peter Ernst (Klasse 9a), Carrie-Ann Huber (9a) und Niruban Nimalan (7a) hervor.

 

Die Segelschüler tragen auf ihren Booten stets eine Schwimmweste.
Die Segelschüler tragen auf ihren Booten stets eine Schwimmweste.

Segelunterricht der Stephani–Mittelschule hat begonnen

 

Mit Beginn des neuen Schuljahres startet an der Stephani–Mittelschule Gunzenhausen auch wieder der Segelunterricht. Gleich am ersten Ausbildungsnachmittag steuerten die Segeleinsteiger über den See. Das ist nur in Kooperation mit einem ansässigen Segelverein möglich. Seit vielen Jahren bietet deshalb die Stephani-Schule die Arbeitsgemeinschaft  „Segeln“ in Zusammenarbeit mit der „Wassersportgemeinschaft Altmühl- Brombachsee (WAB)“ in Schlungenhof  an. Diese stellt die Schulungsboote, das Sicherungsboot, die Bojen und vieles andere mehr kostenlos zur Verfügung. Geschult werden die Kinder unter der Anleitung von Segellehrer Horst Hartung auf dem Jüngstensegelboot der Klasse „Optimist“. Die Bootsklasse wird „einhand“, also nur mit einem Steuermann, gefahren. Von Anfang an sind die Segelschüler alleine für ihr Boot verantwortlich und erleben Lernfortschritte direkt und unmittelbar. Die praktische Ausbildung findet auf dem Altmühlsee statt, im Winterhalbjahr geht es zur Theorie in die Schule. Abschließend unterziehen sich die Schüler einer schriftlichen Prüfung, in welcher sie ihre Kenntnisse, beispielsweise Sicherheitsvorschriften, Vorfahrtsregeln oder Manöverkunde unter Beweis stellen müssen. Im Winterhalbjahr stehen zudem noch praktische Schwimmeinheiten im Hallenbad auf dem Programm, zum Beispiel mit Kleidern und Rettungsweste schwimmen. Weiterhin werden die wichtigsten Knoten erlernt und geübt. Im Frühjahr beginnt wieder die Segelpraxis auf dem See, wobei die grundlegenden Manöver wiederholt und gefestigt werden. Als Bestätigung der damit erreichten Qualifikation bekommen die Schüler dann am Ende des Schuljahres ihren sogenannten Jüngstensegelschein. Mit ihrer Anerkennung als Stützpunktschule Segeln besitzt die Gunzenhäuser Stephani-Schule ein echtes Alleinstellungsmerkmal, auf das sie zurecht stolz sein kann: Es ist die einzige Mittelschule in Bayern, die diesen Segelunterricht stundenplanmäßig anbieten kann.